Die Bretter vorm Kopf müssen weg
PERG. Im Rahmen des „Festivals der Regionen“ lud die Stadtgemeinde Perg am 1. Juli zur Konferenz „Barrieren“ ein. Die Vorträge zu den Themen „Planung und öffentlicher Raum“, „Inklusion als Menschenrecht“, „Inklusive Akustik“ und „Barrierefreies Internet“ zeigten vielfältige Handlungsansätze auf.

In seiner Begrüßung wies Bürgermeister Bundesrat Toni Froschauer darauf hin, dass diese Veranstaltung das Thema „Barrierefreiheit“ bewusster machen soll. Darauf bezogen sich auch die nachfolgenden Referate. Gerhard Nussbaum, technischer Leiter beim Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen (KI-I) in Linz, selbst auf den Rollstuhl angewiesen, meint „Wir müssen alle unsere Bretter vor dem Kopf wegbringen - Nicht-Behinderte ebenso wie Behinderte!“ In seinem Vortrag zeigte er Möglichkeiten auf, Internetseiten barrierefrei zu gestalten. Der internationale Inklusions-Experte Gian Maria Greco wies auf die Achtsamkeit bei der Planung von Prozessen hin. Barrierefreiheit ist von Anfang an mitzuplanen, wie etwa die Gehsteigabsenkung. Davon profitierten auch Eltern mit Kinderwägen und Senioren. Diese Absenkungen wurden in den vergangen Jahren auch in Perg schon vielfach realisiert.
„Es braucht drei Botschafter für die Umsetzung“
Maria Grundner, Expertin von der Mobilitätsagentur Wien, unterstützt diese Ansage. Es brauche drei Botschafter: Einen Betroffenen, einen Entscheidungsträger und eine Person, die weiß“ wie praktikable Lösungen umzusetzen sind. „Wer Nicht-Experten an das Thema ranlässt, der läuft Gefahr, Barrierefreiheit zu wollen, aber zusätzliche Barrieren aufzubauen“, sagte Grundner. Ein Konsens der Konferenz war: Es wird nie einen Idealzustand geben, dennoch ist dem mangelnden Bewusstheit entgegenzuwirken. Dafür bedarf es einer steten Kommunikation, durch die mehr Menschen zum Thema Barrierefreiheit hingeführt werden.


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