„Die Menschen in unserem Pflegeheim brauchen jede Unterstützung“

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Bürgermeister Erich Wahl (SPÖ) erklärt seine Beweggründe zur Impfung. (Foto: SPÖ St. Georgen an der Gusen)
Mag. Melanie Mai Mag. Melanie Mai, Tips Redaktion, 25.01.2021 11:23 Uhr

ST. GEORGEN AN DER GUSEN. In Bezug auf den offenen Brief von ÖVP und Grüne an Bürgermeister Erich Wahl (SPÖ) erläutert nun er seine Beweggründe zur Impfung.

„Gerade jetzt während der Corona-Pandemie, wo die Besuchsmöglichkeit extrem eingeschränkt ist, brauchen unsere Bewohner neben ihrem Schutz auch seelische Unterstützung. Meine Mitarbeiter leisten dabei nahezu übermenschliches und es ist meine Aufgabe sie dabei bestmöglich zu unterstützen um diese Belastung auch tragen zu können. Ich kann daher der Aufforderung der ÖVP und Grünen Fraktion unser Pflegeheim nicht mehr zu beteten nicht folgen!

Wir machen seit vielen Jahren einen außerordentlich guten Job und sorgen dafür, dass unsere älteren Mitbürger in Würde, Sicherheit und Selbstachtung ihren Lebensabend in ihrer Heimatgemeinde verbringen können. Die Arbeit in einem Seniorenzentrum ist eine sehr herausfordernde, sowohl körperlich, als auch seelisch. Wir stellen uns in der Gemeinde St.Georgen an der Gusen seit langem der Herausforderung, unser Seniorenzentrum als gemeindeeigene Einrichtung selber zu führen. Ja, das ist viel Arbeit und viel Verantwortung, die wir zu tragen habe. Ich bin der festen Überzeugung und habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass man als Vorgesetzter immer mit den MitarbeiterInnen auf Augenhöhe im selben Boot sitzen muss, und nicht bloß am Rande als Zuschauer.

Unser Personal gibt den Bewohnern Zuspruch und Sicherheit, aber wer in unserem Fall, wenn nicht der Bürgermeister als verantwortlicher Vorgesetzter, hat die Aufgabe, auch den MitarbeiterInnen Zuspruch und Sicherheit zu geben und sich Zeit für sie zu nehmen. So wie man eben als verantwortungsvoller Chef ein Unternehmen führt. Niemand will einen Chef, der nur per E-Mail oder Zuruf delegiert. 

Gerade in der Corona-Krise, die alle Mitarbeiter noch mehr fordert und in Gefahr bringt, ist es das mindeste, dass ich als Bürgermeister für die Menschen laufend da bin, ihre Sorgen und Ängste ernst nehme und mit ihnen wichtige Maßnahmen entwickle. Schließlich bin ich als Bürgermeister auch die letzte  Entscheidungsebene und kann rasch für die Umsetzung besprochener Maßnahmen garantieren und auch die nötigen Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser enge und rasche Austausch einer der Hauptgründe dafür ist, dass in unserem Seniorenzentrum von April letzten Jahres bis 20.Jänner kein*e einzige*r Bewohner an Corona erkrankt ist. Mir ist persönlich kein anderes Seniorenzentrum in Österreich bekannt, dem das gelungen ist die BewohnerInnen und MitarbeiterInnen besser geschützt waren.

Wenn nun seitens der ÖVP und der Grünen gefordert wird, dass ich meine Anwesenheit im Seniorenzentrum reduzieren soll, dann heißt das nichts anderes, als dass Anliegen und Wünsche von Personal und Bewohner*innen nicht mehr direkt entgegengenommen werden können und Entscheidungen sich verzögern.

Ich möchte noch an die angebliche Grippewelle vor zwei Jahren in unserem Pflegeheim erinnern, die leider auch medial sehr aufgeblasen wurde. Sofort stand ich in der Kritik anderer Fraktionen und der Medien, die hinterfragten, ob ich denn meine Verantwortung ausreichend wahrgenommen hätte. Wie sich herausstellte, waren alle erforderlichen Maßnahmen (Besuchsbeschränkungen, Hygiene usw.) rechtzeitig von mir in die Wege geleitet worden. Ich möchte nun alle Kritiker auffordern nicht mit zweierlei Maßstäben zu messen, um mir mit dem Impfthema zu schaden.

Jeder der mich kennt weiß, wie sehr ich ältere Menschen schätze und ich mich für sie einsetze. Unser gemeinsamer bisheriger Weg in der Krise war sehr erfolgreich und hat viele Leben geschützt.

Ich appelliere hier wirklich an alle Fraktionen, die Tatsachen, die Fakten und vor allem die Sicherheit, sowie das Wohlergehen aller Menschen im Seniorenzentrum im Auge zu haben, anstatt zu versuchen bei einem so wichtigen Thema politisches Kleingeld zu machen. Nehmt bitte auch zur Kenntnis, dass euer Parteikollege und Koalitionspartner, Gesundheitsminister Rudi Anschober, sowie LH Haslauer sagte, dass ganz klar Bürgermeister, die im Seniorenheim mitarbeiten, geimpft sein sollen, so war es vom Impfplan des Landes OÖ auch vorgeschrieben.

Gehen wir lieber gemeinsam unseren erfolgreichen Weg der engen Kommunikation und der raschen, sinnvollen Entscheidungen für alle Menschen in St.Georgen an der Gusen weiter.“ 

 



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Kommentare

  1. Der viel gefragte Wahl
    Der viel gefragte Wahl11.03.2021 15:04 Uhr

    Wo ist Wahl? - Als ich in Linz für den Herrn arbeitete, war er sehr gefragt, die Leute beschwerten sich, er wäre so viel in St. Georgen. Als ich in St. Georgien für ihn arbeitete, beschwerten sich alle er sei so viel in Linz. Ich gehe davon aus dass er einfach so gefragt ist, wie wird eigentlich sichergestellt dass er seine Leistung auch bringt?

  2. Alter Mensch
    Alter Mensch08.02.2021 03:06 Uhr

    Bitte denken Sie mal an andere - Herr Wahl die sind Geschäftsführer des VJF, ihre Einrichtungen sind gesetzeswidrig nicht Behindertengerecht, die Webseite auch nicht, bitte tun die ihre Arbeit die bekommen sehr viel Geld vom Steuerzahler dafür - tun sie ihre Arbeit und benutzen Sie nicht die Impfdosen von Risikopatienten.

  3. Bewusst in der Region
    Bewusst in der Region28.01.2021 20:02 Uhr

    Eine Einsicht war kaum zu erwarten ... - Nicht nur bei uns in Österreich sind alle BürgerInnen dazu angehalten, jeglichen Kontakt zu Personen außerhalb des engsten Kreises zu unterlassen. So sind Krankenhausbesuche, Besuche in Seniorenheimen, Pflegestätten und ähnlichen Einrichtungen zurzeit selbst für die nächsten Verwandten fast unmöglich. Die Einhaltung dieser und anderer Einschränkungen wird den weiteren Verlauf der Pandemie wesentlich bestimmen. Der „Ortskaiser“ von St. Georgen an der Gusen sieht das naturgemäß ganz anders. Durfte man bereits in der Vergangenheit über sein „demokratisches Handeln“ immer wieder staunen, so lässt er nun ein weiteres Mal mit einer Stellungnahme aufhorchen, mit der er das nunmehrige Unverständnis in der Bevölkerung über seinen Impf-Vorstoß vom Tisch fegen möchte. Dieser zufolge müsse er vor allem jetzt mit seinen Mitarbeitern auf Augenhöhe in einem Boot sitzen und wäre schon deshalb ein ständiges Aufsuchen des gemeindeeigenen Pflegeheimes/Seniorenzentrums erforderlich. Die damit unweigerlich verbundenen Gefahren, die dort befindlichen Personen so mit Keimen und Viren „bürgernah“ zu versorgen, dürften aus seiner Sicht nicht vorliegen. Selbst wolle man aber ohne Zweifel fit bleiben und stehe einem daher eine Impfung zu. Insgesamt hat diese Darstellung den Anschein, als ob er seinen eigenen Mitarbeitern samt der Heimleitung nicht zutrauen würde, sich um das Pflegeheim/Seniorenzentrum angemessen zu kümmern. Weiter dürften die medizinischen bzw. hygienischen Kenntnisse des Bürgermeisters einer gehörigen Selbstüberschätzung unterliegen, da eine Corona-Impfung weder an der Übertragung der Krankheit etwas ändert noch diese geimpfte Personen vollständig schützt, wie allseits bekannt ist. Weiter tut sich hier die Frage auf, wie man nun bei diesen „unabdingbaren persönlichen Treffen“ im Pflegeheim/Seniorenzentrum unter Einhaltung der gültigen Abstandsregel miteinander kommuniziert und instruiert, wenn ein „Zurufen“ auf so großes Missfallen stößt. Präsenz und Kommunikation über Videoschaltungen haben bis in die Küchen vieler Haushalte ihren Einzug gefunden und gehören Online-Teambesprechungen mittlerweile in vielen Unternehmen zum Alltag (das war schon vor Corona so). Dem Anschein nach ist diese Errungenschaft im Bürgermeisteramt aber noch nicht angekommen. Vorrangig stellt sich jedoch die Frage, ob die häufige persönliche Anwesenheit des Bürgermeisters im Pflegeheim/Seniorenzentrum tatsächlich notwendig ist und ein derartiges Erfordernis darstellt, damit den Aussagen von „Rudi Anschober“ und „LH Haslauer“ Genüge getan wird, die ich darüber hinaus etwas anders in Erinnerung habe.

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