Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BAUMGARTENBERG. Der ehemalige Bundeskanzler Christian Kern war am Mittwochabend im Bezirk Perg zu Gast, um bei einer „Talk mit“-Veranstaltung der Perger Bezirks-SPÖ über eine klimafreundliche Wirtschaftspolitik und eine gerechtere Verteilung zu sprechen. Die aktuelle Führungsfrage in der SPÖ brannte dabei den Besuchern im bis auf den letzten Platz gefüllten Kultur-Glashaus unter den Nägeln. Gestellt wurde die Frage, wen Kern von den Kandidaten bei der Mitgliederbefragung unterstützt, aber nicht.

Ex-Kanzler Christian Kern im Talk mit den Gästen im Kultur-Glashaus Baumann in Baumgartenberg. (Foto: Primeßnig)

Es würde nun Zeit, jene Politiker aus der Verantwortung zu befreien, die gerade in der Regierung am Ruder sind. „Bei uns geht es jetzt nicht nur um die Frage, wer die SPÖ führen soll, sondern wer das Land führen soll und mit welchen Inhalten und welchen Konzepten“, so Kern. „Wir sind die, die immer die Demokratie verteidigt haben. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass sie nicht selbstverständlich, sondern sehr zerbrechlich ist. Zu dieser Einigkeit müssen wir wieder zurückfinden.“ Mehr wollte Kern zur anstehenden Entscheidung zwischen Pamela Rendi-Wagner, Hans Peter Doskozil und Andreas Babler nicht sagen. Dass sein Name noch einmal in der Führungsfrage auftauchen werde in naher Zukunft, ließ er aber nicht vermuten. „Es geht nach der Mitgliederentscheidung um ein Aufeinander-Zugehen, um Schwarz-Blau zu verhindern, da helfe ich gerne mit, wo man mich braucht“, so der Ex-Kanzler.

Umbau auf grüne Zukunft kostet viel, vor allem mehr Visionen

In seinem Referat ging Kern nicht nur auf wirtschafts- und energiepolitische Themen ein, sondern analysierte vielmehr, warum es in vielen Bereichen eine Trendwende nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa brauche. „Wir müssen die Generation Verzweiflung wieder für die Zukunft begeistern. Die Zukunft neu zu gestalten, ist schon eine Frage der gemeinsamen Anstrengung, die mit mehr Visionen aber gelingen kann“, so Kern. Der komplette Umbau auf eine Wirtschaft mit grünen Technologien werde mehr kosten als der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Verzweifeln müsse man daran aber nicht, aber Europa müsse endlich in die Gänge kommen. „Dafür brauchen wir eine andere, völlig neue wirtschaftspolitische Vision.“ Ambitionierte Projekte gebe es auch anderswo in Amerika und China, da sei man mit Strategien aber deutlich weiter.

Den Spekulanten den Kampf ansagen

Wesentlich sei, dass in einem Wirtschaftssystem auch jene was davon haben, die die Leistungsträger sind und nicht nur immer die gleichen zehn Prozent. „Es ist doch kein Wunder, wenn sich die Leute verkauft fühlen“, mahnt Kern in Bezug auf die aktuelle Situation in der Energiekrise, in der Unternehmen unglaubliche Gewinne einstreifen, während der Steuerzahler sich nichts mehr leisten kann . „Wir müssen uns als SPÖ aber auch hinstellen und sagen, dass wir die Spekulationen nicht mehr haben wollen.“

Um zu alter Stärke der SPÖ zurückzufinden brauche es wieder radikalere und konsequentere Antworten, damit man den Menschen die Ängste nimmt, weshalb sie derzeit oft zu rechten Parteien neigen. Ob er damit an der Spitze den Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler gemeint hat, blieb er den Zuhörern schuldig. Im Bezirk Perg haben sich viele SPÖ-Funktionäre und Mitglieder schon zum „Team Babler“ bekannt, umso überraschender war es an diesem Abend, dass keiner nach Kerns Meinung dazu gefragt hat.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden