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OÖ/PERG. In der Raumordnungspolitik soll in Oberösterreich jetzt endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Mit einem neuen OÖ. Aktionsprogramm zur Orts- und Stadtkernbelebung werden Fördermittel in Aussicht gestellt, damit leerstehende Gebäude und Brachflächen eine sinnvolle Nachnutzung finden.

Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner und LAbg. Bürgermeister Anton Froschauer bei der Besichtigung der ehemaligen Billa-Filiale, die künftig als Bauamt genutzt werden soll. (Foto: Land OÖ/Kauder)

„Das Besondere an diesem neuen Programm ist, dass damit auch investive Maßnahmen gefördert werden. Denn oft ist das Bauen auf der grünen Wiese günstiger als die Revitalisierung von leerstehenden Gebäuden oder Brachflächen. Hier setzen wir mit unserem neuen Aktionsprogramm ganz konkret an und bieten eine entsprechende finanzielle Unterstützung“, erläutert Landesrat Achleitner.

Gefördert werden zum einen strategische Planungen, Voraussetzung ist, dass sich mindestens drei Gemeinden dabei zusammentun und nicht nur für sich denken. Die zweite Säule sind investive Maßnahmen dieser strategischen Konzepte. Dabei kann es sich um Revitalisierungs- und Sanierungsmaßnahmen handeln, aber auch ein Abriss kann gefördert werden, wenn Nachnutzung erst danach möglich ist.

„Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch konsequente Um- und Nachnutzung können weitere Flächen vor Verbauung geschützt, Grünräume gesichert und die Orts- und Stadtkerne in ihrer Funktion als lebendige Lebens- und Arbeitsräume erhalten werden. Kompakte Städte und Orte, die nach der Vorgabe der OÖ. Raumordnungsstrategie ‚nach innen wachsen‘, erhalten sich damit Lebensqualität und leisten zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, hebt Landesrat Achleitner hervor.

32 Millionen Euro abholbar

Für diese Planungs- und Beratungsleistungen können externe Experten beauftragt werden, die Kosten (maximal 100.000 Euro an Gesamtkosten) dafür können mit 65 Prozent über das neue OÖ. Aktionsprogramm aus EU-Mitteln bzw. Landesmitteln gefördert werden. Insgesamt werden 32 Millionen bis 2027 für dieses Aktionsprogramm zur Verfügung gestellt. Aus den EU-Fördertöpfen kommen 22 Millionen, vom Land weitere 10 Millionen Euro.

Eines der ersten Investitionsprojekte, die im Rahmen des OÖ. Aktionsprogrammes aktuell bereits umgesetzt werden, ist in Perg bereits in Planung. Die Stadtgemeinde hat im Vorjahr ein leerstehendes Gebäude direkt im Stadtkern in der Fadingerstraße 1 (früher Billa und Fitnessstudio) erworben. Nunmehr entschloss man sich, das Objekt dauerhaft als Bauamt zu etablieren und entsprechende Umbauarbeiten in Gang zu setzen. Die Stadtgemeinde wird bei dem Vorhaben mit einer Förderquote von 65 Prozent unterstützt werden bei maximalen Gesamtkosten von 800.000 Euro.

„Gerade bei solchen B-Lagen ist es wichtig, dass die öffentliche Hand Impulse setzt. Denn anders ist die Revitalisierung von Leerständen und Brachflächen für Kommunen, aber auch für Private, finanziell nicht leistbar bzw. attraktiv. Wir haben mit Arbing, Naarn und Schwertberg schon zahlreiche Objekte erhoben, die so eine Nachnutzung finden werden. Jetzt müssen wir dieses Programm auch mit Leben füllen“, ist Froschauer überzeugt. Wichtig dabei sei, an multifunktionale Möglichkeiten zu denken, neben dem Bauamt soll der Keller auch für Archive von Vereinen, etc. zur Verfügung stehen. „Wir wissen, wie Kooperation gelingen kann. Auch von den Überlegungen in den Nachbargemeinden werden alle profitieren.“


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