Den Taktstock in Händen – die Musik im Herzen
PEUERBACH. Der Taktstock des Musikvereins Peuerbach ist seit Jänner in neuen Händen. Patrick Gruber aus Aistersheim übernahm die musikalische Leitung des Vereins. Was ihn von Aistersheim nach Peuerbach führt, wie er die Liebe zur Musik entdeckte und welche Ziele der Vollblutmusiker mit dem Peuerbacher Musikverein hat, verrät der 27-Jährige im Tips-Interview.

Tips: Neben seinem Beruf als Bankangestellter zählt Patrick Gruber auch die Musik und die neue Arbeit als Kapellmeister zu seinen Berufungen. Hat man neben so vielen Verpflichtungen eigentlich noch Zeit für andere Hobbys?
Patrick Gruber: Musik steht natürlich an erster Stelle. Ich bin aber auch leidenschaftlicher Jäger, das ist ein richtiger Ausgleich zum Beruf. Bei der Jagd hat man Ruhe. Ich gehe auch gerne fort und die Freunde, für die muss man natürlich auch noch Zeit haben.
Wie kamen Sie das erste Mal mit der Musik in Berührung und warum sind Sie sind dabei geblieben?
Ausschlaggebend war mein „Pauli“-Opa. Er war damals die Person, die mir jeden Tag beim Üben zuhörte und mich motivierte. Wenn ich mal nicht zum Tenorhorn gegriffen habe, weil es mich nicht „g“freit“ hat, hörte ich ihn schon rufen: „Was ist denn los heit, geht leicht Blos“n nimma?“. Meine Eltern waren zwar nie musikalisch engagiert, aber sie haben mich wöchentlich und manchmal sogar täglich in die Musikschule, zu Auftritten oder in die Musikprobe gefahren. Dabei geblieben bin ich, weil damals alle meine Freunde ein Instrument gelernt haben. So ist die Musik und die Schule übrig geblieben. Außerdem habe ich mit dem Gedanken gespielt, Musik zum Beruf zu machen.
Was verbinden Sie mit Musik?
Musik ist ein Ausgleich zum täglichen Leben, sie kann beruhigend sein. Musik bedeutet für mich aber auch Kameradschaft. Natürlich kann man ohne Musik leben, es lohnt sich nur nicht. Musik bereichert das Leben. Musik spiegelt Tradition wider. Sie wirkt beruhigend und jede Sprache der Welt versteht Musik.
Sie spielen Posaune – was finden Sie an diesem Instrument toll?
Mein erstes Instrument war eigentlich Schlagzeug. Für ein Schlagzeug gab es beim Musikverein aber keinen Bedarf, dasselbe war es mit Trompete, meiner zweiten Wahl. Für Posaune war ich zu diesem Zeitpunkt noch zu klein, ich hatte sozusagen noch zu „kurze“ Hände. Und so bin ich dann zum Tenorhorn gekommen. Wie ich dann größer wurde, habe ich mit dem Posaunespielen begonnen, weil es einfach einen sehr lässigen Klang hat, im klassischen sowie im Jazz-Bereich. Es ist ein sehr vielseitiges Instrument, weil man „coole“ Effekte machen kann. Auf alle Fälle wollte ich immer ein Blechblasinstrument lernen.
Sie halten nun den Taktstock des Musikvereins fest in Ihren Händen – was ist das für ein Gefühl?
Es ist ein wirklich tolles Gefühl, weil man wie beim Auto das Lenkrad in der Hand und das Gaspedal über hat. Man steuert das Empfinden von einem selber und gibt dieses Gefühl an die Musiker im Verein weiter. Es ist eine große Herausforderung und Verantwortung. Das Gefühl, eine Interpretation eines Musikstücks auf ein Orchester zu übertragen ist nicht leicht, aber es ist toll, wenn das Orchester die Interpretation so wiedergibt, wie es sich der Kapellmeister vorstellt.
Von Aistersheim nach Peuerbach – warum dieser Schritt?
Mich verbindet der Musikverein Peuerbach schon seit acht Jahren unter anderem durch den Kapellmeister-Kurs. Ich habe früher oft beim Verein ausgeholfen. Grund war die Kameradschaft unter den Musikern, weil mir diese sehr am Herzen liegt, aber auch die musikalischen Herausforderungen. Ich bin nach wie vor Musiker beim Musikverein Aistersheim, das ist mein Heimatverein, das er auch bleiben wird. Die Entscheidung ist Anfang Jänner gefallen, nach dem Rücktritt des damaligen Kapellmeisters.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Musikvereins?
Ich bin mit großem Herz aufgenommen worden. Ich wünsche mir, dass diese Kameradschaft auch in Zukunft so bestehen bleibt, und dass viele Kinder und Jugendliche die Motivation finden, beim Verein mitzuarbeiten und ihn unterstützen. Natürlich möchte ich neue Mitglieder gewinnen. Ein großes Ziel ist, dass das Bezirksmusikfest 2020 und das 150. Bestandsjubiläum ein unvergessliches Jahr wird. Dass diese Arbeiten, die dafür anfallen, bravourös gemeistert werden und, dass immer Zusammenhalt herrscht, ist ebenso ein Wunsch. Natürlich hat man auch Blasmusikpreise im Hinterkopf. Wenn die Motivation und der Zusammenhalt passen, ergeben sich solche Ziele viel leichter, es sind aber keine primären Ziele. Wir haben zudem eine tolle Jungmusik. Nicht nur der Musikverein braucht junge Leute, sondern auch die „Rasselbande“ freut sich über neue Mitglieder.
Info & Kontakt
Der Musikverein Peuerbach hat derzeit 52 Musiker und sieben Marketenderinnen. Das Durchschnittsalter beträgt 27,4 Jahre.MitspielenNeue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Wer gerne beim Musikverein mitmachen möchte, kann sich beim Kapellmeister Patrick Gruber melden und unverbindlich bei einer der Musikproben dabei sein. Mehr Infos: kapellmeister@mvpeuerbach.at oder 0676/81427736


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