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PEUERBACH. Regionalität und Klimaschutz sind zwei der beherrschenden Themen in der aktuellen Gesellschaft. Weg von der globalen, industriellen Landwirtschaft, hin zum Konsum regionaler Lebensmittel und dem Wissen „wo es herkommt“. In Peuerbach hat sich eine Aktionsgruppe mit dem Titel „4722 Boden-ständig“ zusammengefunden, die genau dieses Ziel verfolgt.

Die Mitglieder der Aktionsgruppe: (vorne v. l.) Karin Mallinger, Barbara Rems-Hildebrandt, Angelika Lübke und Hannes Zauner sowie (hinten v. l.) Roland Schauer, Elisabeth Bauer, Christina Schatzl, Rosanna Demelbauer und Franz Bauer.Foto: privat

Äpfel aus Südafrika, Heidelbeeren aus Peru – nicht selten absolvieren Lebensmittel eine Weltreise, bevor sie in den heimischen Supermärkten landen. Aber nicht nur die. Die Peuerbacher Auspendler fahren täglich 2,5 Mal um den Äquator, legen also etwas mehr als 100.000 Kilometer zurück um zur Arbeit zu kommen. Die Folge unter anderem: Verunreinigung von Wasser, Luft und Boden, was sich wiederum auf den Klimawandel auswirkt. „Gesunde und qualitativ hochwertige Lebensmittel spielen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden. Wenn diese regional produziert werden und somit kurze Transportwege haben, wirken sie positiv auf unsere Umwelt. Kurze Wege bedeuten auch eine bessere Ernte-reife, hochwertigere Inhaltsstoffe, kurze Lagerzeiten und bessere Bedingungen für Tiere“, erklärt Barbara Rems-Hildebrandt von der Aktionsgruppe 4722 Boden-ständig. Zudem könnten, weiter gedacht, auch Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.

Regionale Netzwerke schaffen

Man habe sich zum Ziel gesetzt, die Wertschöpfung von regional produzierten Lebensmitteln zu erhöhen und die soziale Vernetzung wie Nachbarschaftshilfe in den Gemeinden zu verbessern. Einige konkrete Ziele der Gruppe sind ein Bauernmarkt, die Zentrumsbelebung, Innovationen in der Region, mehr Mitsprache und Gestaltungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen sowie Peuerbach zu einem attraktiven Lebensstandort zu machen. Konkret will man den lokalen Konsum von lokal produzierten Lebensmitteln fördern, die Innovation und Wirtschaftskraft der Region stärken und soziale Aspekte, die zur Steigerung der Lebensqualität beitragen, fördern.

Von Nachbarschaftshilfe bis Tauschbörse

In einer Infoveranstaltung für die Peuerbacher und Steegener Bevölkerung wurde das Projekt präsentiert und gemeinsam mit den Besuchern Themen ausgearbeitet, die für die Region umgesetzt werden könnten. So wünschen sich die Menschen beispielsweise Weiterbildungen und Kurse, mehr Nachbarschaftshilfe (zB. für Kinder, Ältere Menschen, aber auch Hilfe im Stall), den Anbau von Raritäten, eine Hotellerie (zB. eine Frühstückspension), die Möglichkeit zur regionalen Mobilität, eine Aktivgruppen (zB. für Renaturierungen), ein Reparaturcafé, Tauschbörsen für Kleidung und Kinderspielzeug oder eine Regionalwährung. „Es gibt viele Menschen, die etwas bewegen wollen. Jetzt gibt es ein Netzwerk, die Menschen brauchen nicht alleine sein. Wir möchten auch Synergien schaffen“, erklärt Rems-Hildebrandt.

Der Lebensmittel-Konsum der Peuerbacher und Steegener – Daten und Fakten:

Insgesamt geben die Peuerbacher und Steegener für den Konsum von Lebensmitteln, inkl. in der Gastronomie, 17 Millionen Euro aus. Pro Kopf sind das 3.060 Euro im Jahr. Der Konsum von Milch liegt bei 431 Tonnen, 77 kg pro Kopf. Die Peuerbacher/Steegener verzehren jährlich 291 Tonnen Schweinefleisch, jeder also 52 kg. Insgesamt werden pro Kopf 95 kg Fleisch gegessen, insgesamt 532 Tonnen pro Jahr. Der Verbrauch von Getreide und Getreideprodukte liegt bei 55 kg pro Person (= 308 Tonnen gesamt im Jahr).

Welche Produkte wünschen Sie sich für Peuerbach und Steegen?

Welche Projekte könnten den Lebensstandort Peuerbach noch attraktiver machen?

Senden Sie ihre Ideen an 4722bodenstaendig@wilara.at


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