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25 Jahre Bürgermeister: „Faszination hat bis heute noch nicht nachgelassen“

Mag. Claudia Greindl, 11.08.2016 11:27

PREGARTEN. Ein Vierteljahrhundert ist Anton Scheuwimmer (VP) bereits als Bürgermeister der Aist-Stadt im Amt. Im Gespräch mit Tips zieht der längstdienende amtierende Bürgermeister des Bezirks Freistadt Zwischenbilanz.

Nach 25 Jahren noch keineswegs amtsmüde: Bürgermeister „Toni“ Scheuwimmer Foto: Greindl
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Tips: 25 Jahre Bürgermeister Anton Scheuwimmer – wie hat deine politische Karriere eigentlich begonnen?

Scheuwimmer: Ich war im Union-Bereich engagiert, habe die Sektionen Volleyball und BMX gegründet. Eines Tages, das war 1986, hat mich ein VP-Funktionär eingeladen, zur Fraktionssitzung zu kommen. Damals ist gerade über die Umfahrung diskutiert worden. Obwohl ich es mir zuerst mit Mitte 20 nicht vorstellen konnte, hat mich die Gemeindepolitik interessiert, der Virus hat mich erwischt.

Tips: Du bist aber auch erblich in Sachen Politik vorbelastet.

Scheuwimmer: Stimmt, mein Vater Alois war Vizebürgermeister, mein Opa Anton Gemeinderat. Es hat mir einmal jemand ausgerechnet, dass wir alle drei zusammengerechnet insgesamt 74 Jahre im Gemeinderat verbracht haben.

Tips: Deine politische Laufbahn hat dann rasch richtig Fahrt aufgenommen.

Scheuwimmer: Ich war eine Periode im Gemeinderat, bin 1989 Vizebürgermeister geworden und 1991 schon Bürgermeister. Mein Vater hat als Vizebürgermeister aufgehört, ist aber Gemeinderat geblieben – damals habe ich meinen Vater angelobt.

Tips: Der war sicherlich ziemlich stolz auf den Filius?

Scheuwimmer: Das stimmt. Meine Mutter hat das weniger positiv gesehen, sie hat mich gefragt, ob ich mir das wirklich antun will.

Tips: Und du wolltest. Wie hat sich das mit deinem Beruf als Lehrer für Deutsch und Leibesübungen im Poly vereinbaren lassen?

Scheuwimmer: Ich habe acht Jahre parallel als Bürgermeister und Lehrer gearbeitet und mich dann außer Dienst stellen lassen, weil beides nicht mehr vereinbar war. Die Gemeinde ist gewachsen, ebenso sind die Aufgaben mehr geworden.

Tips: Hast du diesen Schritt jemals bereut?

Scheuwimmer: Ich habe niemals bereut, Bürgermeister geworden zu sein. Heute ist mir aber klar, dass ich meine Funktion anfangs zu ernst genommen habe und zu jeder Zeit für alle da war. Das hat sicher wesentlich zum Scheitern meiner ersten Ehe beigetragen.

Tips: Dein Vorgänger Bürgermeister Kartusch war 30 Jahre lang im Amt. Peilst du dieses Ziel ebenfalls an?

Scheuwimmer: Eigentlich habe ich nie geglaubt, dass ich 25 Jahre lang Bürgermeister sein werde. Aber die Faszination hat angedauert. Ich werde nächstes Jahr 60, wenn die Periode vorüber ist, bin ich 64 Jahre alt, ich wäre dann 30 Jahre lang im Amt. Vielleicht wird mein Nachfolger Fritz Robeischl aber auch schon Zeit zum Einarbeiten haben.

Tips: Was sind die schönsten Erinnerungen deiner Amtszeit?

Scheuwimmer: Mein schönstes Ereignis war eindeutig die Stadterhebung 2003, so etwas ist nicht mehr wiederholbar.

Tips: Dein schlimmstes Erlebnis als Bürgermeister?

Scheuwimmer: Das Hochwasser 2002, es hat eine unglaubliche Betroffenheit gegeben, aber auch eine Solidarität, die ihresgleichen sucht. Wenig erbaulich war auch die Schließung der Kleinschule Selker.

Tips: Der vielfach prophezeite Dämpfer von Wählerseite bei der darauffolgenden Wahl ist ausgeblieben.

Scheuwimmer: Mein Prinzip ist, strittige Fragen in der kleinen Gruppe in Dur und Moll auszudiskutieren und dann bei der Entscheidung zu bleiben, auch wenn sie unpopulär sein mag. Diese Entscheidungsfreude wird offensichtlich von den Pregartnern honoriert.

Tips: Für die Idee der Stadt Aist hast du viele Prügel eingesteckt. Verfolgst du diesen Plan noch?

Scheuwimmer: Der Begriff „Stadt Aist“ ist nicht mehr auszulöschen. Wir arbeiten ja jetzt an Gemeinsamkeiten im Verein RUF. Die Stadt Aist ist eine Frage der Zeit. Wir könnten uns mit Regionen wie Gmunden oder Vöcklabruck messen, die größten Vorteile lägen in der Raumordnung. Wären wir schon eine Stadt, hätte Hagenberg neidlos unser neues Bildungszentrum bekommen. Kooperation ist die Feigheit vor der Fusion, aber es muss halt alles erst reifen.

Tips: Geht sich eine Gemeindefusion in deiner Amtszeit aus?

Scheuwimmer: Nein, zumal das Land OÖ nicht offiziell dazu steht. Was sich aber ausgehen wird, ist die Neugestaltung unseres wunderbaren Stadtplatzes.


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