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BEZIRK FREISTADT. Wie schaut es aus in den Freistädter Wäldern? Haben wir das schlimmste Käferjahr in der Geschichte? Und wo ist die Situation am schlimmsten? Tips hat Bezirks-oberförster Martin Speta zur aktuellen Lage befragt.

Gesunde Bäume können sich selbst schützen und sperren den Borkenkäfer mit Wachs ein.Foto: Stefan Wahl

Tips: Experten sprechen heuer von so schrecklichen Schäden durch den Käfer, wie sie noch nie da waren. Stimmt das?

Martin Speta: Vom schlimmsten Käferjahr in der Geschichte kann noch nicht gesprochen werden im Bezirk. Die Schneemengen des vergangenen Winters haben vor allem in den höheren Lagen und der verregnete Mai im gesamten Bezirk für eine gute Frühjahresfeuchte gesorgt. Die hat dafür gesorgt, dass die Fichte bis Mitte Juni annähernd ausreichend mit Wasser versorgt werden konnte und so die Widerstandskraft erhöht wurde. Die Hotspots im heurigen Jahr liegen im Waldaisttal im Bereich von Gutau und Tragwein sowie in Pregarten, Unterweitersdorf, Wartberg bzw. im südlichen Bereich der Gemeinde Neumarkt. In diesen Bereichen dürfte die Schadholzmenge des Vorjahres überschritten werden.

Tips: Kommen die Waldbesitzer mit dem Aufarbeiten dann überhaupt noch nach?

Martin Speta: Die Waldbesitzer im Bezirk sind sehr bestrebt, den Schaden so gering wie möglich zu halten und kontrollieren ihre Wälder regelmäßig. Einige jedoch sind sich der Gefahr einer Massenvermehrung nicht bewusst und ignorieren die Empfehlungen der Forstexperten. In diesen Fällen müssen forstpolizeiliche Maßnahmen ergriffen werden. Für jene Waldbesitzer, die mit der Aufarbeitung überfordert sind, gibt es gute Holzernteunternehmer, die mit modernen Maschinen die Holzernte für sie durchführen können.

Tips: Wie schaut es mit der Lagerung aus? Gibt es genügend Lagerplätze? Wo liegen hier die Probleme?

Martin Speta: Grundsätzlich funktioniert die Holzabfuhr schleppend, jedoch sie läuft. Wie oben erwähnt sind einige Sortimente zurzeit nicht oder schwer absetzbar und so wurde ein temporäres Trockenlager in St. Oswald bei Freistadt eingerichtet. Der Platz eignet sich gut, da die nächstgelegenen Fichtenbestände, auf die der Käfer übergreifen könnte 770 Meter entfernt liegen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass nach 500 Metern nur mehreinzelne Borkenkäfer nachweisebar sind.

Tips: Die Fördermittel wurden aufgrund der kritischen Lage erhöht. Ist das ein Trost?

Martin Speta: Das Verbringen von Borkenkäfer befallenem Holz mittels LKW zu dezentralen Lagerplätzen und das Verhacken  wird als Erstmaßnahme gefördert. Der Großteil der Fördermittel ist jedoch für die nachfolgende Wiederaufforstung gedacht. Ziel der Fördermaßnahmen ist es, langfristig stabile artenreiche Mischwälder zu begründen, die den Anforderungen der künftigen Klimaveränderungen im wahrsten Sinne gewachsen sind. Auch hier ist der Forsttechnische Dienst der BH Freistadt als Förder-Einreichstelle zunehmend gefordert. Die Klimasituation wird sich wohl kaum ändern. Langfristig ist ein Umstieg auf andere Baumarten zu forcieren. Doch was kann man mittelfristig an Maßnahmen treffen? Mittelfristig wird die Erhaltung der verbleibenden Bestände eine große Herausforderung sein, um die Wirkungen des Waldes (Wohlfahrtswirkung, Schutzwirkung, Erholungswirkung und Nutzwirkung) flächendeckend zu sichern. 

Tips: Das viele Holz drückt den Preis. Wie schaut es da aktuell aus?

Martin Speta: Der Holzpreis ist zuletzt für gesundes Sägerundholz erneut gesunken und pendelt zurzeit um 70 Euro pro Festmeter. Für von Borkenkäfer befallenes Rundholz liegt der Preis bei rund 42 Euro. Im Vergleich dazu lag der Holzpreis Anfang 2017 noch bei 95 Euro.


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