Performance: „Der Sand ist für mich ein Stift, mit dem ich Geschichten schreibe“
RABENSTEIN/PIELACH. Die Finger der russischen Sandkünstlerin Irina Titova „tanzen“ in Harmonie mit der abgestimmten Musik über eine von unten beleuchtete, mit Sand bedeckte Glasplatte. Dabei entstehen wunderbare Bildergeschichten ähnlich wie Scherenschnitte, die von einer Kamera gefilmt, in Echtzeit auf eine große Leinwand übertragen und somit für ein größeres Publikum erlebbar werden.

Vor acht Jahren lernte Titova die Sandmalerei kennen. „Ich arbeitete damals als Kunsttherapeutin mit autistischen und taubstummen Kindern. Sandspieltherapie ist eine interessante und gängige Praxis. Dafür verwenden wir normalerweise mit Sand gefüllte Rahmen mit einem blauen Boden. Durch einen Fehler wurden jedoch Rahmen mit Beleuchtung geliefert. Als ich versuchte, mit dem von unten beleuchteten Sand zu malen, verbrachte ich am ersten Tag fünf Stunden mit dem „Sandtisch“ und zeichnete nur“, erinnert sich Titova.
Symbiose aus Sprache und Zeichnung
Auch die Kinder waren schnell genauso begeistert. „Für sie sind die Hände ihr „Sprachorgan“ und es entstand eine Symbiose aus Sprache und Zeichnung. Ich denke, dieses Beispiel hat mir für meine Zukunft sehr geholfen, eine Show zu kreieren – schließlich male ich nicht nur, sondern erzähle eine ganze Geschichte“, betont die Sandkünstlerin.
Einzigartige Bilder
Titova benutzt für ihre Kunstwerke Vulkan- oder Fluss-Sand. Für die Live-Sandmalerei sei vulkanischer Sand besser. „Mit diesem Sand kann ich schneller zeichnen. Mit Fluss-Sand zeichne ich die detaillierten Feinheiten der Bilder“, erklärt die Künstlerin. Kaum ist bei der Show ein Bild vollendet, wird es auch gleich wieder zerstört, doch genau das ist für Titova das Schöne an den Sandbildern. „Du kannst diese Bilder nicht behalten. Sie sind dadurch immer anders. Es ist so ähnlich wie bei Schmetterlingen. Sie leben nicht lange, aber sie sind wunderschön. Jedes Bild ist einzigartig und bleibt nur durch die Erinnerung des Publikums bestehen“, unterstreicht Titova die Besonderheit dieser Kunst.
Sand als Stift
Abgesehen von der Sandmalerei arbeitet die Künstlerin auch mit Licht und macht „3D Mapping“ mit Ölfarben. „Ölmalerei und das Zeichnen mit Licht sind ebenfalls Kunstformen der Verwandlung – wie Sand. Aber der Sand ist für mich zu einem Stift geworden, mit dem ich die Geschichten schreibe. Meiner Meinung nach gibt es kein Material wie dieses, mit dem man live Geschichten – wie Cartoons – erzählen kann“, erklärt Titova, die sich darüber freut, viele Menschen mit dieser seltenen Kunst zu berühren. „Es scheint mir, dass diese Idee mit ihrer Einfachheit – in unserer Welt der Superlativen – fasziniert. Bei meinen Shows möchte ich das Publikum einladen, ganz und gar im Moment zu sein. Ist es das nicht, hat es vielleicht schon ein Bild verpasst. Kein Moment ist wiederholbar und vergänglich“.
„Verliebt in Österreich“
In Rabenstein/Pielach präsentiert Titova ihr Programm „Verliebt in Österreich“. Sie nimmt das Publikum mit auf eine faszinierende Reise durch ganz Österreich. Eingebettet in eine romantische Liebesgeschichte besucht sie die höchsten Berge, die tiefsten Seen, die beeindruckendsten Gebäude, die schönsten Landschaften und die berühmtesten Persönlichkeiten unseres Landes.
Video-Quelle: Youtube


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