Fritz Stockinger: „Es war eine schöne Berufung, Bürgermeister zu sein“
RAINBACH. Als Fritz Stockinger am 28. Mai sein Amt als Bürgermeister zurückgelegt hat, gab es als Anerkennung für seine Leistungen in den vergangenen 17 Jahren Standing Ovations. Im Tips-Gespräch erzählt er von den schönen und den schwierigen Momenten seiner Laufbahn.

Die Gemeinde Rainbach entwickelte sich unter Stockingers Ära zu einem bemerkenswerten Betriebs- und Wohnstandort, hieß es in den Dankesworten an Fritz Stockinger. Er war insgesamt mehr als 30 Jahre politisch für seine Heimatgemeinde aktiv. Zuerst als Ersatzgemeinderat, zwölf Jahre als Gemeinderat und schließlich wurde er 2003 zum Bürgermeister von Rainbach gewählt.
Das Interesse an der Politik wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt, denn auch sein Vater Franz war von 1979 bis 1991 Bürgermeister. Fritz Stockinger hat den Beruf als Bürgermeister hauptberuflich ausgeübt, da er auch Obmann der Inkoba (Interkommunale Betriebsansiedlung und Wirtschaftsparks) war. Dieses Amt behält er bis 2021. „Wir konnten viele Projekte umsetzen und so kann ich auch das Projekt Freistadt Süd noch abschließen“, sagt Stockinger. Er bleibt bis zum nächsten Jahr noch im Gemeinderat von Rainbach.
Schulsanierung und Arnold Schwarzenegger
Einer der Höhepunkte der vielen Projekte, die in seiner Amtszeit umgesetzt wurden, war für Stockinger der Umbau der Volks- und der Hauptschule. Lange hat die Gemeinde um grünes Licht für die Umbauarbeiten gerungen. Bei der Schulsanierung wurde darauf geachtet, die Neue Mittelschule nachhaltig, klima- und ressourcenschonend zu bauen. Dafür gab es 2014 dann den oberösterreichischen Landesenergiepreis „Energie Star“. Der Hochwasserschutz in Kerschbaum und die Schaffung von Wohnraum waren für Stockinger ebenfalls wichtige Punkte. „Das Treffen mit Arnold Schwarzenegger in der Firma Kreisel war ein besonderer Moment“, erzählt der ehemalige Bürgermeister.
S10-Trasse und Klage
Neben den schönen Seiten gibt es aber auch immer wieder schwierige Situationen für Politiker. „Bei der Planung der S10 durch die Gemeinde ist es mir schon schwer gefallen, den Anrainern zu sagen, dass die Trasse in ihrer Nähe verlaufen wird.“
Auch die Klage gegen ihn wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch beim Widmungsverfahren „Betriebsbaugebiet Summerau“ war für ihn eine der negativen Erfahrungen. Umso größer war die Freude, als die Beschwerde als unbegründet abgewiesen wurde. „Ich bin froh, dass die Sache jetzt erledigt ist und ich bestätigt bekommen habe, dass ich richtig gehandelt habe“, sagt Bürgermeister außer Dienst Friedrich Stockinger.
„Für eine Zeit lang Bürgermeister zu sein war eine wunderbare Berufung.“ Jetzt freue er sich aber auf mehr Zeit mit seiner Familie und seinen sechs Enkelkindern und auf das Reisen mit seiner Frau.


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