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REGAU. Im Abschlusskonzert der Reihe „Kammermusik im Vituskircherl“ spielten das Trio Fontaine (Vito Lattarulo/Klavier, Werner Neugebauer/Violine, Andreas Pözlberger/Violoncello) und Sabine Nova/Viola das Trio in a-moll opus 50 von Piotr Iljitsch Tschaikowsky, die Uraufführung eines Klavierquartetts von Tobias Weiß (*1997) und das Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello Es-Dur opus 47 von Robert Schumann.
 

Tobias Weiß
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Tschaikowskys Trio opus 50 ist als musikalisches Totenmal für Nicolai Rubinstein in zwei weiträumigen Sätzen romantisch gestaltet; der erste Satz ist von einem lyrischen Gesangsthema beherrscht, der zweite fasst einen langsamen Satz (11 Variationen) und das Finale zusammen. Die 11 Variationen über eine russische Weise enthalten u.a. einen Walzer, eine Fuge und eine Mazurka. Mit der 12. Variation beginnt das Finale: gewaltige Steigerungen werden aufgebaut – dann verlöscht das Werk in der Elegie des Anfangsthemas. Die drei Musiker präsentierten das Werk klanglich perfekt und emotional unter die Haut gehend, begeisterten mit elastischer Geschmeidigkeit der beiden Streicher und kristallklarer Anschlagskultur des Pianisten – virtuoses Spiel im Dienst der Interpretation.

Nach der Pause gab es Zeitgenössisches: Die Uraufführung eines Klavierquartetts von Tobias Weiß; nach einer kurzen Einführung des 19jährigen (!) Komponisten erklang das interessante, aussagekräftige und fein gearbeitete Werk in einer hervorragenden Interpretation. Eine ausgezeichnete Programmgestaltung war, das Quartett von Robert Schumann an den Schluss des Konzertabends zu setzen: Die Gedrängtheit des Ausdrucks, die Dichte des Satzes, der glanzvolle, aber immer kammermusikalische Klang und die starke motivische Verknüpfung der einzelnen Sätze kamen durch das herrlich ausgewogene Verhältnis von Streichern und Klavier großartig zum Ausdruck.

Der zweite Satz, ein romantisches Scherzo, wurde als Märchenbild – wie geheimnisvoll vorbeihuschendes Trippeln von Gnomen – interpretiert, das Andante cantabile als beseelter, sehnsüchtig schwellender Gesang, als Zwiesprache der im Herzen einigen Stimmen von Violine und Violoncello. Der vierte Satz war geprägt von leidenschaftlicher, heftig pulsierender Bewegung und sieghafter Lebensbejahung; nach einer kurzen, schmerzlichen Episode geht das Werk mit einer aufrauschenden Steigerung zu Ende – Schöner kann man Schumann nicht spielen  ……

(von Fred Androsch)


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