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REICHERSBERG. „Hoamatland 4.0 – Lebensraum oder Lebenstraum“ war heuer das Thema der Reichersberger Pfingstgespräche der oberösterreichischen Volkspartei. Der unterschiedliche Zugang der Vortragenden sorgte wieder für spannende und anregende Referate.

  1 / 3   Das Veranstaltungszentrum im Stift Reichersberg war bis auf den letzten Platz gefüllt. (Foto: OÖVP/Hermann Wakolbinger)
Am Eröffnungsabend machten Landeshauptmann Josef Pühringer und der Präsident der Caritas Österreich Michael Landau auch die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer zum Thema. Pühringer mahnte die europäische Verantwortung ein, forderte aber auch, diese durch eine Lenkung der Flüchtlingsströme gerecht zu verteilen. Landau fand zur europäischen Politik einen Vergleich aus der Bibel: „Wir dürfen nicht Babel werden, sondern müssen uns an Jerusalem orientieren.“ Philosophische SichtDer Philosoph und ehemalige Kulturstaatsminister im Kabinett von Gerd Schröder, Julian Nida-Rümelin, näherte sich dem Thema Heimat politisch-philosophisch. Er behandelte mit Beispielen von den Stoikern bis zu Kant und Rousseau den uralten Konflikt zwischen örtlicher Gebundenheit oder Loyalität und dem „gemeinsamen Menschlichen“. Damit ein Gemeinwesen, eine Demokratie, funktioniere, müssten sich die Menschen zumindest ein wenig vom eigenen Interessensstandpunkt distanzieren und globale Interessen in Betracht ziehen: „Menschen haben Rechte, die wir zu achten haben, auch wenn sie nicht zu unserer Gruppe gehören.“ Nida-Rümelin: „Die demokratische Ordnung lebt davon, dass die Menschen ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen eigenen und „globalen“ Interessen aushalten.“ Hybride IdentitätEsra Kücük, Initiatorin und Leiterin der Jungen Islamkonferenz Deutschland, legte in ihrem Referat dar, dass es in Deutschland und im europäischen Alltag mittlerweile völlig normal sei, eine hybride Identität, also „mehrere Heimaten“, zu haben. Viele Debatten darüber seien anachronistisch – in unserer postmigrantischen Gesellschaft sei Zuwanderung eine politische Realität: „Es geht um Haltung statt Herkunft“, sagte Kücük und zitierte den deutschen Bundespräsidenten Gauck: „Wer Deutscher ist, wird künftig noch weniger als bisher am Namen oder am Äußeren zu erkennen sein.“ Christine Scheel, ehemalige Grünen-Abgeordnete im deutschen Bundestag, sprach darüber, wie schwer sich die Grünen mit dem braun belasteten und rassistisch ausgrenzendem Heimatbegriff taten und wie in der Politik mit Gefühlen Stimmung gemacht werden kann. Martina Hörmer, die Geschäftsführerin von Ja! Natürlich, blickte aus Marketingsicht auf den Begriff Heimat und zeigte anhand einiger Beispiele vom Ja!Natürlich-Schweinderl bis zu Chrysler, wie große Marken diesen Begriff verwenden.   zu den VIDEOS vom YouTube-Channel der OÖVP: https://www.youtube.com/watch?v=01RZb7OfpG4&list=PLnPguuTT8ttWCT_BJbt_IuCnoujTuZyJc

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