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RIED. Nach einer Vorführung seines neuen Films „Hannas schlafende Hunde“ stellte sich der Welser Regisseur Andreas Gruber am vergangenen Freitag im Star Movie den Fragen der Kinobesucher.

„Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen…“: Regisseur Andreas Gruber (l.) zeigt mit seinem Film, wie aktuell das Motto der zeitgeschichtlichen Veranstaltungen von Gottfried Gansinger (r.) in Ried ist.

Der Film spielt 1967 in Wels und erzählt die wahre Geschichte der neunjährigen Johanna, die getarnt als braves katholisches Mädchen aufwächst. Als oberste Maxime trichtert ihr die Mutter ein: stillhalten und nicht auffallen. Als Johanna das Geheimnis ihrer jüdischen Identität erfährt, beginnt sie zu rebellieren. Unterstützt wird sie von der Großmutter (Hannelore Elsner), die genau weiß, wer die ärgsten Nazis waren und sind. Gruber, einer der wichtigsten österreichischen Regisseure (“Hasenjagd“), drehte den Film nach der gleichnamigen Romanvorlage von Elisabeth Escher.

Auf die Zuschauerfrage, wie weit er sich an die wahre Geschichte gehalten habe, antwortete er: „Fiktion heißt ja nicht, dass es falsch oder nicht stimmig ist. Es geht darum, die Geschichte zu verdichten und eventuell Dinge hinzuzufügen, die der Geschichtenerzähler für wichtig erachtet.“

Dass die Geschichte erst jetzt geschrieben und verfilmt wurde, habe einen Grund: „Manche Geschichten brauchen eine Distanz zum Geschehen, damit die Leute bereit sind – sowohl zum Erzählen als auch zum Zuhören.“

Der Film, so Gruber, betreffe nicht konkret die Welser: „Diese Geschichte hätte sich in jeder anderen provinziellen Kleinstadt abspielen können.“

Neben „Großmutter“ Hannelore Elsner und „Mutter“ Franziska Weisz spielt Nike Seitz die Hauptfigur. Gruber: „Die schwierigste Aufgabe war es, ein Mädchen zu finden, das diese Geschichte darstellen kann. Ich wollte ein Kind, das auch ein Kind bleibt, wenn die Kamera dabei ist und hatte ein Riesenglück, Nike zu finden.“


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