Die Legenden begeisterten, die Kampfmannschaft schockierte
Ried. Über den 1. FC Köln hieß es lange, das beste an dessen Heimspielen sei die grandiose Stimmung im Stadion vor dem Anpfiff, denn danach beginne die Mannschaft zu spielen.

Beim Saison-Kick-Off der SV Josko Ried war es ähnlich. Während des Fan-Treffs und des „Legendenspiels“ entsprach die Stimmung dem herrlichen Sommerwetter, dann kam das Testspiel gegen Sparta Prag. 1:8 gegen Sparta PragGegen den tschechischen Rekordmeister und regelmäßigen Champions League-Starter hat wohl kaum jemand mit einem Sieg gerechnet, mit einem 1:8 allerdings auch nicht. Von Beginn an spielten nur die Gäste, die SVR war mit dem 0:2 zur Pause noch gut bedient. Das 1:0 für die Gäste durch Marek Matejovsky war der Höhepunkt des Spiels: Ein Heber von der Mittellinie ins Tor. Nach der Pause fiel die Mannschaft dann komplett auseinander. Bei den Riedern stimmte gar nichts: Weder das Zweikampfverhalten, noch die Zuteilung in der Abwehr. Dazu kamen ungenaue Pässe und anfängerhafte Fehler in der Rückwärtsbewegung. Noch schlimmer (und für die SVR eigentlich untypisch): Als Zuschauer hatte man nicht das Gefühl, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht. Eine typische Szene dafür gab es in der 75. Minute, als der eingewechselte Fabian Schuster einen (unter normalen Umständen) viel versprechenden Sololauf startete, der aber letztlich von vier Verteidigern beendet wurde. Von seinen Rieder Mannschaftskollegen kam kein einziger auf die Idee, ihm vielleicht zu helfen. Ob es Entsetzen war oder ob sich die Zuschauer den schönen Abend nicht verderben lassen wollten – es gab nicht einmal Pfiffe von den Rängen. Spiel der LegendenDer Höhepunkt des Tages war das Spiel der „SV Ried-Legenden“ gegen die „Innviertler Legenden“, bei dem sich nicht nur jede Menge beliebter Fußballer, sondern auch die Trainerfüchse Paul Gludovatz (SV Ried) und Heinz Hochhauser (Innviertel-Auswahl) gegenüber standen. Die beiden schenkten sich in den zwei Mal 15 Minuten nichts: Gludovatz begann die zweite Halbzeit halbwegs unbeabsichtigt mit elf Feldspielern (nachher meinte er schmunzelnd: „Ich wollte feldfüllend spielen.“), kassierte in der Zeit der Überzahl allerdings zwei Gegentore. Hochhauser sabotierte dafür die Viererkette der Gludovatz-Elf, indem er Leo Kiesenhofer bei einer Offensivaktion zurief: „Komm bloß nicht mehr nach hinten!“ Kiesenhofer hielt sich daran, so dass Gludovatz am Ende mit einem 2-3-5-System spielte (dem alten WM-System der 50-er Jahre). Wie viele Spieler zum Schlusspfiff auf dem Feld waren, wurde nicht ermittelt (die Trainer sprachen von 14 oder 15 auf Innviertler Seite und etwa acht bis zehn bei den Riedern). Letztlich setzten sich die doch etwas jüngeren SV Ried-Legenden mit 5:2 (2:0) durch. Die Torschützen für Ried waren Max Scharrer, Thomas Gerstorfer, Michael Anicic, Tino Wawra und Andreas Schicker, für die Innviertel-Auswahl trafen Günter Schachl und Helmut Sternbauer. Für einen Akteur war das Spiel mehr als nur Gaudi: Andreas Schicker feierte acht Monate nach dem Böller-Unfall, bei dem er die linke Hand verlor, ein Comeback, das auch noch von einem Tor gekrönt wurde.Kader Innviertler Legenden:Roland Wastl (Neuhofen, ATSV Schärding), Markus Erlach (Neuhofen, Gurten), Gerald Reisegger (Senftenbach, Pattigham/Pr.), Markus Till (SK Schärding), Werner Sickinger (Hohenzell), Josef Reifeltshammer (Neuhofen), Hajrudin Hajric (Mehrnbach, Obernberg), Zoran Aleksic (Riegerting), Günter Schachl (Schildorn, Altheim), Felix Brunninger (Antiesenhofen, Altheim, Ort), Josef Leherbauer (Senftenbach, Lambrechten), Günter Damberger (Schallerbach), Helmut Sternbauer (Neuhofen), Josef Plöckinger (Kopfing), Thomas Plöckinger (Kopfing)Kader SV Ried-Legenden:Hans Peter Berger, Manfred Ratzenböck, Ewald Brenner, Andreas Schicker, Bernhard Grünbart, Thomas Gerstorfer, Franky Schiemer, Tino Wawra, Herwig Drechsel, Max Scharrer, Thomas Eder, Herbert Laux, Helmut Zeller, Klaus Roitinger, Michael Anicic, Thomas Nentwich, Roland Kramer, Leo Kiesenhofer


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