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RIED. Die SV Guntamatic Ried kann sich seit vielen Jahren auf ihre Fans verlassen. Auch im dritten Jahr in der 2. Liga kommen zu jedem Heimspiel an die 3.000 oder mehr Zuschauer, bei Auswärtsspielen zählt die SVR zu den wenigen Mannschaften der Liga, die auch im gegnerischen Stadion immer von einer nennenswerten Zahl von Anhägern unterstützt werden.

Nach dem Spiel verabschiedete sich die Mannschaft wie immer von den Auswärtsfans. (Foto: GEPA / Manuel Binder)

Es gibt aber Ausnahmen: Beim 2:1-Auswärtssieg in Amstetten am Sonntag flog in der 85. Minute ein Böller aus dem Rieder Zuschauersektor in Richtung Spielfeld und ging nur wenige Meter neben dem Schiedsrichterassistenten in die Luft.

Spielunterbrechung

Schiedsrichter Alain Sadikovski unterbrach das Spiel sofort und schickte die Teams in die Kabinen. Erst nach mehr als fünf Minuten wurde das Spiel fortgesetzt - zum Glück der SVR.

Hätte der Schiedsrichter das Spiel abgebrochen, was zwangsläufig der Fall gewesen wäre, wenn der Böller den Schiedsrichterassistenten getroffen hätte, müsste die SV Ried mit einer 0:3-Strafverifizierung rechnen.

Teure Folgen

Aber auch so wird diese Blödheit eines Fans für den Verein Konsequenzen haben. Nach einer Anzeige der Bundesliga, die aufgrund der schriftlichen Berichte des Schiedsrichters und des offiziellen Spielbeobachters folgen wird, kommt die Sache vor den Senat 1. Der Verein muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

Zur Verteidigung der Fans muss erwähnt werden, dass der Böllerwurf in den sozialen Medien ausnahmslos und mit Empörung verurteilt wurde. Auch soll der Täter angeblich kein aktives Mitglied eines Fanclubs sein. Allerdings stellt sich auch die Frage, warum er nach dem Böllerwurf offenbar unentdeckt entkommen konnte und nicht von anderen Fans festgehalten oder zumindest identifiziert wurde.

Stellungnahme des SVR-Präsidiums

Das Regulativ sieht die Möglichkeit vor, dass bei Wurfgegenständen das Spiel auch abgebrochen werden kann. Alleine der Umstand, dass der Assistent glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen ist, gab dem Schiedsrichter die Möglichkeit, das Spiel fortzusetzen. Ein Abbruch hätte eine Strafverifizierung mit 3:0 gegen die SV Guntamatic Ried zur Folge gehabt.

Das Präsidium der SV Guntamatic Ried verurteilt den Vorfall auf Schärfste. Bei aller Emotion, die mit Fußballspielen und dem Titelkampf verbunden sind, kann nach solchen Vorfällen nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden.

Treffen mit den Fangruppenvertretern

Zudem rücken solche Vorfälle die herausragende Unterstützung der Anhänger in ein falsches Licht. Mit den Fangruppenvertretern ist daher noch in dieser Woche ein Treffen geplant, um den Knallkörperwurf zu erörtern. Das gemeinsame Ziel muss sein, dass sich die Mannschaft ohne negative Einflüsse und mit Unterstützung des gesamten Umfeldes auf die verbleibenden Spiele konzentrieren kann.

Regressansprüche

Der Vorfall wird auch von der Bundesliga behandelt. „Wir gehen davon aus, dass wir als Verein eine empfindliche Geldstrafe erhalten werden. Wir prüfen daher auch Stadionverbote und Regressansprüche gegen den Knallkörperwerfer“, erklärt SVR-Präsidiumsmitglied Rechtsanwalt Robert Tremel. „Ich lade aber den Knallkörperwerfer ein, sich direkt mit mir in Verbindung zu setzen, um gemeinsam den Vorfall aufzuarbeiten. Als Anwalt kann ich ihm Verschwiegenheit zusichern, dass seine Daten nicht an Behörden weitergegeben werden.“


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