Grüne warnen vor Bildungslücke
Ried. Die Grünen sehen einen Stillstand in der österreichischen Bildungspolitik und präsentierten Vorschläge zum Schließen der Bildungslücken.

Ihre Bezirkssprecherin Veronika Hintermair warnte: „Obwohl Österreich in Europa die höchsten Ausgaben für Bildung hat, kann jeder vierte Schüler nicht Sinn erfassend lesen und schreiben. Manche brauchen schon in der Volksschule Nachhilfe. Diese Probleme treffen ganz massiv Alleinerziehende. Das Loch geht immer weiter auf; das hängt auch mit dem Familieneinkommen zusammen.“
Jugendkandidat David Stögmüller kritisiert unter anderem, dass die Jugendlichen bei Entscheidungen, die sie betreffen, nicht einbezogen würden. Er fordert, dass die Schule zeigen muss, wie man im Alltag zurecht kommt: „Kaum ein Schüler weiß, wie man eine Versicherung abschließt.“
Weil jeder zwölfte Jugendliche seine Ausbildung abbreche, fordern die Grünen konkrete Hilfestellungen bei der Suche nach der besten Schule und dem passenden Ausbildungsplatz sowie einen höheren Stellenwert für die Berufsorientierung.
Alle Kinder müssten das Schulsystem mit den erforderlichen grundfertigkeiten für Beruf und Alltag verlassen. Dafür müsse schon die Frühförderung in Kindergärten ausgebaut werden. Ebenso notwendig seien eine massive Stärkung der Volksschule, der Ausbau ganztägiger Schulen und eine gemeinsame Schule für die 10- bis 14-Jährigen.
Besorgnis erregend sei, dass in jedem vierten Haushalt mit Kindern Nachhilfeunterricht benötigt werde: „Wir brauchen mehr individuelle Betreuung in der Schule. Die Bildung der Kinder darf nicht davon abhängen, wie viel ihre Eltern verdienen.“
Als „direkt Betroffene“ warnte die HTL-Schülerin Mira Standhartinger aus Ort vor Gleichmacherei in der Schule: „Man darf die Talente nicht erst im Studium fördern. Die Lust am Lernen fängt schon im Kindergarten an.“


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