„Wir bringen nichts, wir kosten nur Geld“
Ried. „Behindertenarbeit ist nicht sexy“ und „Wir bringen nichts, wir kosten nur Geld“ – der Rieder Lebenshilfe-Obmann Gerd Rabe reagiert ironisch bis sarkastisch auf die geringe öffentliche Präsenz seiner Themen.

Immerhin kann er jetzt mit der Unterstützung durch die SPÖ rechnen. Landtagsklubobmann Christian Makor, der geschäftsführende Bezirksvorsitzende Fabian Grabner und Sozialsprecher Hans Affenzeller präsentierten in der Tagesheimstätte der Lebenshilfe die SPÖ-Sozialkampagne.
Rabe argumentierte sehr praxisorientiert. Das größte Problem seien die langen Wartelisten. „Jeder Abgänger eines Sonderpädagogischen Förderzentrums muss mit dem 18. Lebensjahr einen Platz in einer Behinderteneinrichtung bekommen. Ansonsten verlernen die jungen Menschen das Wenige, das sie gelernt haben und sind zu Hause zum Nichtstun verurteilt. Das ist eine enorme Belastung für die Familien, viele brechen deswegen auseinander.“
Nicht zuletzt stelle sich auch die Frage, was man mit den älter werdenden Klienten machen soll. Rabe: „In Pflegeheimen kann man sie nur unterbringen, wenn eine entsprechende Betreuung garantiert ist. „Warm, satt und sauber“ geht hier nicht!“
Konkret fordert er die Wiedereinführung der Ferienaufenthalte (die heuer erstmals gestrichen werden mussten), den Bau der Tageseinrichtung in Haag und ein Ende des Transport-Tourismus: „Derzeit werden Menschen von Schärding und Grieskirchen nach Ried gefahren, weil es in ihrer Nähe keine Betreuungsplätze gibt.“
Dass das sehr viel Geld kostet, weiß SPÖ-Sozialsprecher Hans Affenzeller. Er fordert deswegen einen Inklusionsfonds, analog zum Pflegefonds. Außerdem müsse das Thema Betreuung im Mittelpunkt der Finanzausgleichsverhandlungen stehen, weil das Land alleine die Kosten nicht stemmen könne: „Würden alle Forderungen in Oberösterreich erfüllt, kostet das zusätzlich 200 Millionen Euro pro Jahr. Wenn wir nur die dringendsten 1500 Plätze schaffen, sind es immer noch 75 Millionen.“
Christian Makor: „Wir wollen die tolle Qualität der sozialen Dienste in Oberösterreich langfristig absichern. Es muss ein Ziel sein, die Warteliste bis 2021 abzubauen, um den Angehörigen eine Perspektive zu geben. Ob das möglich ist, werden die Wähler entscheiden.“


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