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RIED. In der Aufbruchszeit Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre fanden sich auch in und um Ried einige politisch engagierte Personen, um das Wagnis Politik einzugehen.

  1 / 3   Bezirkssprecherin Veronika Hintermayr, Klubobmann Gottfried Hirz, Landessprecherin Maria Buchmair, Margarita und Wolfgang Pirker, Stadtrat Max Gramberger, Lukas und Ingrid Oberwagner, Landesrat Rudi Anschober (v. l.)

1985, im Jahr Eins nach Hainburg, kam die Grün-Alternative Liste (GAL) zum ersten Mal in den Rieder Gemeinderat – erster Mandatar war Wolfgang Pirker. Sechs Jahre später kam mit Hans-Christian Dobler ein zweiter Gemeinderat dazu, seit 1997 haben die Grünen auch ein Stadtratsmandat – zuerst Pirker, dann David Demiryürek und aktuell Max Gramberger. Seit damals sind sie auch mit jeweils vier Mandaten im Gemeinderat vertreten und stellen derzeit mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren die jüngste Rathausfraktion in Ried. Mit Maria Wageneder waren die Rieder Grünen zwei Legislaturperioden lang auch im Landtag vertreten.

Am vergangenen Donnerstag feierten die Rieder Grünen in der Bauernmarkthalle ihr 30-jähriges Bestehen. Zu Gast waren neben der Führungsspitze der Landes-Grünen mit Landesrat Rudi Anschober, Landessprecherin Maria Buchmair, Klubobmann Gottfried Hirz und Bundesrat David Stögmüller auch Vertreter der Rieder ÖVP, SPÖ und NEOS.

Klubobmann Hirz erinnerte an die „wilden Jahre“, als „manche Typen mit interessanten Haarschnitten“ begannen, Politik zu machen. Wolfgang Pirker blickte zusammen mit seiner Frau Margarita in Gedichtform mit ironischem Einschlag auf die Geschichte der Rieder Grünen zurück und rief dabei so manche vergessen geglaubte Erinnerung hervor. Rudi Anschober meinte, dass es derzeit zwei existenzielle Themen gebe, die Klimakrise und die Fluchtbewegung. Beide ließen sich nur nach dem Motto „global denken, lokal handeln“ lösen.

In seinem Referat zum Thema Mitbestimmung sprach Helmut Retzl über gesellschaftliche Umwälzungen, die oft auf technologischen Fortschritt wie der Erfindung des Buchdrucks, der Dampfmaschine oder des Computers beruhen. Er warnte vor zentralistischen Tendenzen und alles umfassender Kontrolle: „Der Weg zu einer Gesellschaft, die auf Dialog aufbaut, ist schwer.“ Was fehle, sei eine geistige Revolution gegen die Reaktion der bestehende Systeme.


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