Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

HOHENZELL/RIED. Die Kompostierer im Bezirk Ried haben in letzter Zeit in den Biotonnen mit einem steigenden Anteil von „Störstoffen“ zu kämpfen, die aufwändig per Hand aussortiert werden müssen – vor allem Plastiksackerl.

  1 / 2   Appell (v. l.): Thomas Brückl (Stv. BAV-Vorsitzender Ried), Harald Hörmanseder, die Kompostierer Franz Augustin, Rosemarie Gerner, Franz Zauner, Thomas Seitz (MTS-Kompost, Pichl b. Wels), Stefan Rachbauer, Erich Tiefenthaler sowie Robert Tullnik (KBVÖ) und BAV-Vorsitzender Bürgermeister Karl Ehwallner.

Daher starten sie zusammen mit dem Bezirksabfallverband BAV eine Kampagne, bei der zunächst in mehreren Innviertler Gemeinden, darunter in der Stadt Ried, die befüllten Biotonnen auf Fehlwürfe überprüft werden. Mit Papieranhängern an den Tonnen wird den Konsumenten dann die Botschaft „Danke“ oder „Stop – bitte nicht!“ mitgeteilt.

Erst informieren, dann strafen

BAV-Sekretär Harald Hörmanseder: „Wir wollen es erst mit Information und Aufklärung versuchen.“ Sollte das nichts bringen, ziehen die Kompostierer wegen der Kosten für die zusätzliche Arbeit und die dann notwendige Verbrennung des verunreinigten Biomülls eine Gebührenerhöhung in Betracht; als letzter Schritt sind Sanktionen möglich.

Franz Augustin, der zwei Kompostieranlagen betreibt: „Es ist und bleibt in der Hand der Bürger, ob wir den Müll verwerten können oder verbrennen müssen.“

Erfahrungsgemäß fallen im urbanen Raum und bei größeren Wohnblöcken mehr Fehlwürfe an - neben Gedankenlosigkeit oder Faulheit ist auch die Anonymität ein Faktor bei der mangelnden Mülltrennung.

Hohe Kosten

Bei der Biotonne fallen pro 1000 Tonnen 60 Euro Kosten an; muß das Material als Teil des Restmülls entsorgt und verbrannt werden, kostet das 167 Euro pro 1000 Tonnen. Im Bezirk Ried fallen jährlich 3500 Tonnen Biomüll, 6500 Tonnen weiteres biogenes Material wie Grün- und Strauchschnitt sowie 5000 Tonnen Restmüll an.

Mit den Störstoffen, die die Kompostierer im Biomüll finden, könne man einen Haushalt bestücken. Von Gartenabfall und Katzenstreu (gehört in den Restmüll) über Batterien und Unterwäsche bis zu Handys und dem einen oder anderen Gebiss haben die Kompostierer schon alles mögliche aussortiert. Das größte Problem seien aber Plastiksackerl.

Um das Problem nachhaltig und bundesweit in den Griff zu bekommen, fordert der Kompost- und Biogasverband (KBVÖ), dass (vor allem in Supermärkten) nur noch kompostierfähige Sackerl ausgegeben werden dürfen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden