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RIED IM TRAUNKREIS/KIRCHDORF/STEYR. Wer eine Karriere im Bereich Pflege anstrebt, braucht sich um einen Job kaum zu sorgen: In OÖ werden bis 2025 rund 1500 zusätzliche Fachkräfte benötigt. 

In der Pflege wird mehr denn je nach ausgebildetem Personal gesucht. Symbolfoto: E. Wodicka
In der Pflege wird mehr denn je nach ausgebildetem Personal gesucht. Symbolfoto: E. Wodicka

Auch in den Regionen Kirchdorf und Steyr sind gut ausgebildete Pflegekräfte in der Altenarbeit mehr denn je gefragt. Die Berufschancen sind rosig: Wer derzeit in Ausbildung ist, hat einen Arbeitsplatz quasi in der Tasche. „Etwa 30 Frauen und Männer schließen heuer die zweijährige Ausbildung bei uns ab“, sagt Direktor Ewald Staltner von der Schule für Sozialbetreuungsberufe Steyr (SOB).

Vielfältiges Arbeitsfeld

Die Ausbildung dort umfasst die Qualifikationen Pflegeassistent und Fachsozialbetreuer und kann auch berufsbegleitend absolviert werden. Das Arbeitsfeld reicht vom Krankenhaus über Alten- und Pflegeheime bis hin zur mobilen Pflege. Was es bräuchte sind schlichtweg mehr Absolventen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Beim Personal in den Heimen steht eine Pensionierungswelle bevor. „Vor einigen Jahren hatten wir für zwei Klassen noch 80 Bewerber. Für den Lehrgang ab September sind jetzt noch etwa 20 Plätze frei“, sagt Staltner von SOB.

Pflegeberuf stiftet Sinn

Dabei ist ein Beruf in der Altenpflege nicht nur krisenfest. Viele Dienstgeber geben sich zugunsten der Mitarbeiter flexibel. Auch um Sinnhaftigkeit im Berufsalltag braucht man sich nicht zu sorgen. „Meine Arbeit ist zutiefst befriedigend – sie ist professionell, anspruchsvoll und ich kann jeden Tag etwas bewegen“, so Sabine Wimmer, tätig im Alten- und Pflegeheim Sierning. In ihrer 30-jährigen Arbeit in der Pflege habe sie keine Sekunde bereut. Momentan deutet jedoch viel darauf hin, dass Pflegeplätze aus Personalmangel bald nicht mehr belegt werden können. „Wir sehen dieses Problem teils schon“, so Wimmer.

200 Fachsozialbetreuer fehlen oberösterreichweit

In Kremsmünster etwa seien aktuell 15 Plätze unbelegt. „Es sind in OÖ im Vorjahr fast 200 Fachsozialbetreuer zu wenig aus der Ausbildung gekommen“, sagt Martin König, Geschäftsführer der Soziales Netzwerk GmbH. Er fordert die politischen Rahmenbedingungen, damit künftig genügend Menschen die Ausbildung machen können: „Der Lebens­unterhalt während der Ausbildung muss gesichert sein.“ Man müsse Interessierten außerdem länger Zeit für das Lernpensum einräumen können.

Abschiebung einer Fachsozialbetreuerin

König betont auch die Bedeutung von Menschen mit Migrationshintergrund im Pflegebereich. Die SOB wurde eben erst mit der Abschiebung einer absolut vorbildlichen Schülerin konfrontiert und schockiert. Auch vom Gemeindealtenheim Ried, wo eine Asylwerberin aus Somalia ein Praktikum absolvierte, gab es nur beste Rückmeldungen. Sie hatte den Pflichtschulabschluss nachgeholt und die Deutsch-Prüfungen Level B1 und B2 erfolgreich bestanden. Seit September 2017 absolvierte sie die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin in der Altenarbeit. Doch sie wurde abgeschoben.

König findet dies unverständlich

„Es ist völlig unverständlich, warum man eine Auszubildende mit Integrationsbemühungen abschiebt. Vor allem, wenn es um einen Pflegeberuf geht“, so König, „die Zahl Interessierter ist dramatisch rückläufig, die Konsequenzen werden täglich größer. Die praktizierte Abschiebepolitik ist dringend zu überdenken.“


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