Feuerwehr Bilanz: 3.039 Gesamteinsätze und mehr als 241.600 ehrenamtliche Arbeitsstunden
BEZIRK RIED. Im Durchschnitt acht Mal pro Tag rückten die 77 Feuerwehren in den 36 Gemeinden des Bezirkes Ried im Innkreis im Jahr 2021 aus und leisteten bei 431 Bränden und 2.608 technischen Hilfeleistungen Unglaubliches. 28 Personen und 123 Tiere konnten durch die rasche Hilfe der Feuerwehr bei den insgesamt 3.039 Einsätzen gerettet werden.

Fordernd hingegen die Corona-Pandemie, die die über 6.600 Freiwilligen mit mehr als 241.600 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden auf eine harte Probe stellte. Auch 2021 war das Feuerwehrjahr geprägt von vielen Einschränkungen. Normale Feuerwehrübungen, die Feuerwehrjugend, Leistungsbewerbe oder Leistungsabzeichen – vieles davon musste im Schatten der Pandemie wieder monatelang, trotz einiger Lichtblicke im Sommer, zwangspausieren. Dennoch waren die 76 Freiwilligen Feuerwehren sowie die eine Betriebsfeuerwehr im Bezirk Ried mehr denn je gefordert und bewiesen sich bei den teils fordernden Einsätzen als verlässlicher Garant. In der Ausbildung hingegen hat sich eine Mischung aus Distance-Learning und einem Praxisteil bewährt. So war es auch zu Lockdown-Zeiten möglich, geplante Lehrgänge in der Theorie auf Bezirksebene durchzuführen und die praktischen Übungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.
Mammutanteil im Hintergrund
Im Vorjahr verging für die Feuerwehren fast kein Tag, an dem nicht Verletzte zu retten, eine Unfallstelle zu räumen, ein Brand zu löschen oder Sturmschäden zu beheben waren. Diese Einsätze sind aber nur die sichtbare Spitze des oft zitierten Eisbergs, wie Bezirks-Feuerwehrkommandant Jürgen Hell weiß: „Schutz und Sicherheit brauchen ein großes Herz und viel Zeit. Rund 13 Prozent aller 241.655 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden waren unmittelbar durch Hilfe im Einsatz spürbar. Der Mammutanteil bleibt jedoch weitgehend von der Öffentlichkeit im Hintergrund verborgen.“ In die Arbeitswelt umgerechnet würden die Gesamtstunden einem mittelgroßen Unternehmen mit rund 115 Vollzeitbeschäftigten entsprechen.
Mehr als 6.600 Ehrenamtliche im Dienst
Die fehlenden sozialen Kontakte sowie der Wegfall des kameradschaftlichen Zusammenlebens haben in der mittlerweile zwei Jahre andauernden Pandemie auch in den Feuerwehren ihre Spuren hinterlassen. So müssen in der Mitgliederdecke mittlerweile Einschnitte verzeichnet werden. Dennoch stellen sich tagtäglich mehr als 6.600 Freiwillige, davon über 4.400 aktive Mitglieder, in den Dienst, um anderen in Notsituationen zu helfen. Dieser ehrenamtliche Einsatz – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, an 365 Tagen im Jahr – ist jedoch eine Selbstverständlichkeit, wie Bezirks-Feuerwehrkommandant Jürgen Hell betont: „Ich danke jedem Einzelnen für seinen großartigen Einsatz und bin stolz zugleich, denn auf die Gemeinschaft der großen Feuerwehrfamilie ist Verlass. Es wird angepackt, wo Not am Mann ist!“
Großbrände, Verkehrsunfälle und lokale Unwettereinsätze
Herausfordernde Einsätze – zusätzlich zu den Corona-Hygienemaßnahmen – waren neben einigen Großbränden vor allem die Hagel- und Sturmeinsätze im Sommer. Aber auch die Inn- kreisautobahn A8 sowie die zahlreichen Bundesstraßen im Bezirk hielten die Feuerwehren mit einer Vielzahl an Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen auf Trab. Einsatzspitzen verzeichneten die Florianis von Juni bis August, wo mehr als 40 Prozent aller Gesamteinsätze alleine auf diese drei Monate entfielen.
Zahlen/Daten/Fakten
3.039 Einsätze mit 31.622 Einsatzstunden, davon - 431 Brandeinsätze mit 8.310 Einsatzstunden - 2.608 Technische Einsätze und Hilfeleistungen mit 23.312 Einsatzstunden
241.655 Gesamtstunden, davon - 31.600 Einsatzstunden - 67.900 Aus- und Weiterbildung - 27.000 Jugendarbeit - 115.100 Dienstbetrieb, Instandhaltung, Organisation
6.759 Feuerwehr-Mitglieder (davon 921 Mädchen und Frauen): - 4.419 aktive Mitglieder - 1.407 Reserve-Mitglieder - 933 Jugendmitglieder


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