Galerie am Stein zeigt tragende und nicht tragende Kunst von Gisela Stiegler
REICHERSBERG. Die Galerie am Stein im Stift Reichersberg plant für Freitag, 19. Februar, von 16 bis 20 Uhr die Eröffnung der Ausstellung mit Skulpturen von Gisela Stiegler (mit dem leider üblichen Pandemie-Vorbehalt).

Die 1970 in Suben geborene und ursprünglich als Malerin ausgebildete Gisela Stiegler lebt und arbeitet in Wien. Sie setzt sich in ihrem bildhauerischen Werk seit einigen Jahren mit den zahlreichen Formen und Symboliken des seit der Antike „tragenden“ Stilelements der Säule auseinander.
Weithin sichtbares Monument
Somit ist das Gewölbe des Stiftes Reichersberg wie geschaffen für diese Ausstellung. Vor den Eingang der Galerie stellt Stiegler eine fünf Meter hohe violette Säulenskulptur als weithin sichtbares Monument, das sowohl auf die Architektur des Stiftes Bezug nimmt, als sich auch selbstbewusst als Bildelement dagegen behauptet.
Säulenskulpturen
Das Spiel vom Bildhaften und Objekthaften, von Fläche und Volumen, von Affirmation und Emanzipation architektonischer Gegebenheiten setzt sich im Innenraum der Galerie fort. Lose gruppiert Stiegler fünf violette Säulen in den hohen Ziegelgewölberaum, der trotz seiner Nutzung als Ausstellungsraum sakrale Wirkung entfaltet. Nachdem keine der Säulen die Decke berührt, werden sie eindeutig als eigenständige Skulpturen wahrgenommen.
Neue Arbeiten
Stiegler zeigt in der Galerie am Stein neue Skulpturen mit einem offenen Bezug zur Gegenständlichkeit. Eine monumentale schwarz abstrakte Zunge nimmt offen Anklang an die Pop Art, zitiert aber auch humorvoll christliche Symboliken – die Zunge wird in der Ikonologie als Wort Gottes interpretiert.
Neu ist die gestaltende Wirkung der Farben, die sich an die komplette Farbpalette anlehnt. Gisela Stiegler hat sich auch als Bildhauerin ihren malerischen Zugang bewahrt (zitiert nach: Fiona Liewehr, Gisela Stiegler, Galerie am Stein, Parnass 4/2020).
Ausstellung
Die Ausstellung dauert bis zum 21. Mai (Do-Fr 16-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr; info@galerie-am-stein.at; www.galerieamstein.at).


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