Mehr als 100 Veranstaltungen beim Inn4tler Sommer: Langweilig wird's nicht
RIED. 106 Veranstaltungen mit 133 Terminen in 150 Tagen: Die innviertler Bezirksstädte senden mit dem gemeinsam veranstalteten Inn4tler Sommer 2023 ein starkes kulturelles Lebenzeichen. Ganz wesentlich: Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Programms überzeugt.

Zur Präsentation im Museum Innviertler Volkskundehaus in Ried waren neben Gastgeber Bernhard Zwielehner auch seine Bürgermeisterkollegen aus Braunau und Schärding, Johannes Waidbacher und Günter Streicher, mit Mitgliedern ihrer „Kulturteams“ gekommen.
Alle drei Bürgermeister betonten die Bedeutung dieser Veranstaltungskooperation auch und gerade in der aktuellen finanziellen Situation. Nach dem gebremsten Neustart nach Corona im vergangenen Jahr starte man heuer wieder richtig durch.
Waidbacher meint völlig zu Recht: „Wenn man überall dabei sein will, wird man richtig drawig.“ Rieds Bürgermeister Zwielehner ist das noch nicht genug: „Ziel ist es, das Innviertel als Ganzes zu präsentieren. Ich kann mir in den nächsten Jahren noch mehr vorstellen.“
Braunau
Braunau habe versucht, viele Vereine einzubinden, sagt Bürgermeister Waidbacher. Als persönliches Highlight bezeichnet er das Bildhauersymposium „Stahl“ der Innviertler Künstlergilde (IKG), Die dabei entstehenden Kunstwerke bleiben der Stadt erhalten, ein Rundweg ist in Planung.
Eine wichtige Rolle nimmt in Braunau das Theater ein, unter anderem mit dem Bauhoftheater (Goethes „Faust“ am 7. Juli) und einer Eigenproduktion des Gugg für Kinder.
Dazu kommen ein „Fest der Begegnung (24. Juni) und die Zeitgeschichtetage (29. und 30. September) mit dem Thema „Gefährdete Demokratie“.
Schärding
Trotz der Finanzprobleme engagiert sich Schärding voll, sagt Bürgermeister Günter Streicher: „Die Härtefallregelung für Gemeinden ist wirklich hart.“
Neben Open-Air-Konzerten auf dem Stadtplatz und im Schlosspark, Veranstaltungen im Kubin-Saal (darunter Marco Pogo am 13. Mai, Robert Palfrader am 3. Juni) und mehreren Festen gibt es mehrere Ausstellungen, den „Sommer des Respekts“ (ab 21. Juni) und als einen der Höhepunkte das neu gegründete Opernfest Schärding im Schlosspark (11. und 12. August).
Ried
Volles Programm auch in Ried.
Dank Jeunesse und Musica Sacra werden hochwertige Klassik-Konzerte angeboten. LMS-Direktor Eduard Geroldinger hob die „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi am 13. August in der Stadtpfarrkirche hervor: 1610 geschrieben, aber „ein zentrales Werk der Musikgeschichte“, bei dem drei Zinken zum Einsatz kommen. Geroldinger: „Ein Zink ist ein extrem schwer und hoch zu spielender Trompetenvorgänger. 95 Prozent der Musiker verunglücken dabei – meistens klingt es laut und falsch.“ Geroldinger ist aber überzeugt, dass die Künstler in Rid zu den anderen fünf Prozent gehören.
Neben den Veranstaltungen des KiK und der IKG finden auch das Klavier-Festival „Beflügelt (8. bis 10. September) sowie das „Hörsturm“-Festival mit „niederschwellig“ dargebotener zeitgenössischer Musik (16. September) statt.
Feste
Wer das Rieder Stadtfest vermisst, findet Alternativen: das Stadtfest Braunau (30. Juni und 1. Juli) sowie in Schärding das Schlemmerfest (7. bis 9. Juli), bei dem man sich „drei Tage lang durch alle Nationen futtern kann“, und das Säumerfest der bayerischen Partnerstadt Grafenau (2. August), bei dem an den historischen Salztransport erinnert wird.
Ein roter Faden in diesem Sommer: Die IKG bietet zu ihrem 100-jährigen Jubiläum etliche Ausstellungen und Aktionen in allen drei Städten an.
Open-Air-Konzerte
Die Hoffnung auf gutes Wetter ist bei den Veranstaltern groß, es werden zahlreiche Open-Air-Konzerte angeboten. Unter anderem bietet Schärding „Wir4plusEins“ mit Wolfgang Ambros (8. Juni) und Hubert von Goisern (18. Juni) auf, Ried geht mit der Serie „Blasmusik trifft Stadt“, dem jährlichen SBO-Konzert (15. Juli), dem Beatles-Tributekonzert „Help!“ (14. Juli), der Militärmusik OÖ (1. Juni) und nicht zuletzt dem viertägigen KiK-Open-Air (7. bis 10. Juni) an den Start.


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