Clemens Marschall erzählt die Geschichte der "Wilden Wanda" im KiK
RIED. Um eine legendäre Figur der Wiener Unterwelt geht es bei der Lesung von Clemens Marschall am 13. Oktober im KiK. Der Autor und Journalist befasst sich in „Wilde Wanda“ mit Wiens einziger Zuhälterin.

Gefürchtet, geächtet, gefeiert: Wanda Gertrude Kuchwalek (1947 - 2004), besser bekannt als die „Wilde Wanda“, war eine Ikone der Wiener Unterwelt.
Der 1985 in Ried geborene Clemens Marschall erzählt ihre Geschichte und die der Wiener Unterwelt in einer bisher nie dagewesenen Tiefe. Wanda Kuchwalek, die sich in den 1970er-Jahren als einzige Frau in der Männerdomäne der Zuhälterei behauptete, war nicht nur eine der gefährlichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, sondern auch eine provokative Rebellin gegen gesellschaftliche Konventionen. Sie lebte offen lesbisch, als darauf noch eine Kerkerstrafe von bis zu fünf Jahren stand, und hinterließ eine äußerst ambivalente Spur mit zahlreichen Opfern.
Von ihrer Kindheit als Tochter einer Schlangentänzerin und Missbrauch in Heimen über ihren Aufstieg in der Unterwelt bis hin zu ihrem tiefen Fall: Auf Basis jahrelanger Recherche, akribischer Archivarbeit und intimer Gespräche mit Zeitzeuginnen enthüllt Clemens Marschall die Wahrheit hinter den Mythen.
Ballade der Pülcher und der Halbwelt
Regisseur David Schalko sagt über das Buch: „Es gibt Geschichte und Geschichte. Die eine kennen wir. Aber die andere, die wird seit Jahrzehnten hinter vorgehaltener Hand erzählt. Es ist die Legende der Wilden Wanda, die dabei am lautesten geflüstert wird. Clemens Marschall schreibt sie endlich auf. Und niemand könnte sie schöner und zugewandter erzählen: die Ballade der Pülcher und der Halbwelt, die in Wien stets Teil der Ganzen war. Ein sprachgewaltiges Echo aus einem Wien, das es so nicht mehr gibt. Oder doch? Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich von Orten, die vielleicht nur noch Clemens Marschall kennt.“
Clemens Marschall ist promovierter Musikwissenschaftler, Autor, freier Journalist (u. a. Die Zeit, Wiener Zeitung, Ö1) und Gründer des Magazins Rokko’s Adventures; außerdem Randzonen- und Grenzlandforscher, Beobachter und Chronist verschiedener Subkulturen.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden