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RIED. Karl Weilhartner war lange führend bei Firmen im Immobilienbereich tätig und ist Gründungsmitglied des Vereins TRAFOS. Im Interview gibt er Einblick, warum er sich für regionale Nachhaltigkeit engagiert, welche Rolle er beim Ausbau der Gießerei, dem Haus der Nachhaltigkeit in Ried, spielt und wie er sich die Zukunft dieses Projektes vorstellt. (von Anton Planitzer)

Karl Weilhartner engagiert sich sowohl mit Rat als auch mit Tat. (Foto: Planitzer)
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Tips: Sie waren und sind sehr erfolgreich im Immobilienbereich tätig und haben sich insbesondere auch für das Thema Mitarbeiterbeteiligung eingesetzt. Was sind Ihre wichtigsten Erfahrungen im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit?

Karl Weilhartner: Wenn es den Menschen, mit denen ich unmittelbar als Arbeitgeber oder mittelbar zum Beispiel als Auftraggeber zu tun habe, gut geht, so geht es auch mir gut. Und den Menschen geht es gut, wenn sie in ihrer Arbeit einen Sinn finden und wenn ein faires, respektvolles, vertrauensvolles, ehrliches Miteinander, gespickt mit einem Schuss Humor, gelebt wird.

Tips: Sie sind Gründungsmitglied der TRAFOS und dort im Vorstand tätig. Wie sind Sie zu dieser Gruppe gekommen? Was gefällt Ihnen an dieser Initiative besonders?

Weilhartner: Dazugekommen bin ich durch ein Gespräch mit unserem Obmann, Max Gramberger. Ich hab“ schnell gemerkt, dass hier eine bunte Gruppe aktiv sein wird, die in der Lage ist, etwas Einzigartiges in Ried zu schaffen. Beim Projekt Gießerei kann ich einen guten Beitrag leisten und so verstaubt meine prallgefüllte Schatzkiste an Erfahrungen im Sanierungsbereich nicht in einer Pensionslethargie. Es ist immer wieder eine Freude, in dieser Erfahrungskiste zu wühlen und das Knowhow teilen zu dürfen.

Besonderer historischer Wert

Tips:Wesentliche Impulse, das Zinngießerhaus in der Rainerstraße zu kaufen, kamen von Ihnen. Was gefällt Ihnen besonders an dieser Lokalität und warum haben Sie so intensiv an der Projektentwicklung mitgewirkt?

Weilhartner: Das Objekt hat einen besonderen historischen Wert und ist ein großartiges Beispiel für die Handwerkskunst unserer Vorfahren. Das Haus besteht aus einem „Durchhaus“ von der Rainerstraße zur Eislaufgasse und einem Hofgebäude in der Eislaufgasse. Insgesamt bildet die Gießerei ein besonderes Ensemble und stellte für mich eine Herausforderung dar, der ich mich leider oder Gott sei Dank nicht entziehen konnte – einfach zu reizvoll!

Tips:Sie sind sehr viel auf der Baustelle und Ansprechpartner bei vielen baulichen Entscheidungen. Was ist Ihnen beim Umbau besonders wichtig? Wodurch soll sich die Gießerei auszeichnen?

Weilhartner: Mein Anspruch ist es, diese historische Bausubstanz funktional, architektonisch und bauphysikalisch in die heutige Zeit zu transformieren, ohne den historischen Charme zu opfern, sondern diesen noch zu unterstreichen. Es soll ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit im Bau werden, das viele motivieren soll, schon deswegen Ried zu besuchen.

Tips:Ein zentrales Anliegen ist Ihnen die Einbeziehung möglichst vieler TRAFOS-Mitglieder in die Realisierung von Projekten. Warum dieser Ansatz?

Weilhartner: Die Erfahrung zeigt, dass alle, die am Bau mitarbeiten, große Freude haben. Dieses sprichwörtliche „Greifbarmachen“ hat große Bedeutung für das Verständnis der TRAFOS Mitglieder und Genossenschafter für das Projekt. Die Kommunikation unter den Beteiligten beim Schrauben, Fenster streichen, Sägen, Schleifen, Schafwolldämmen und bei der traditionellen Baustellenjause nach jedem Arbeitseinsatz ist besonders wertvoll für die Gemeinschaft. Es wird nebenbei viel Wissen über das ökologisch nachhaltige Bauen vermittelt. Und nicht zuletzt sparen wir viel Geld.

Produzenten und Dienstleister mit den Konsumenten zusammenbringen 

Tips:Sie rechnen mit der Eröffnung der Gießerei im kommenden Frühjahr und arbeiten sehr konzentriert und mit großem Einsatz darauf hin. Was ist für Sie wichtig, damit dieses Projekt ein Erfolg ist?

Weilhartner: Die Gießerei soll den Zielen der TRAFOS entsprechend dazu beitragen, dass nachhaltiges Leben und Wirtschaften greifbar werden. Wir wollen mit dem Projekt Wege aufzeigen, wie Produzenten und Dienstleister mit den Konsumenten zusammenkommen. Und das mit zeitgemäßen Ansätzen unter Verwendung modernster Technik. Es soll viel Freiraum für unterschiedlichste Initiativen geben, Kreativität gefördert und Information vermittelt werden. Und dies alles in einem Rahmen, in dem zeitgemäße Architektur mit historischem Ambiente eine stimmige Symbiose eingeht.

Tips:Ihr Engagement ist von Ihrer persönlichen Einstellung getragen. Was ist für Sie im Alltagsleben im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit am wichtigsten?

Weilhartner: Das kann ich schwer in Worte fassen – es ist vielmehr ein Gefühl. das mir zeigt, wenn ich auf der richtigen nachhaltigen Spur bin oder wenn ich daneben agiere. Um diese Sensibilität weiter zu entwickeln und nicht zu verlieren, hilft mir die Gemeinschaft der TRAFOS und ich darf hier die Headline auf unserem neuen Folder zitieren: „An morgen denken – heute gemeinsam handeln“ und unseren Namen TRAFOS buchstabieren: „Transpart – Regional – Authentisch - Fair – Oekologisch – Solidarisch“. Das ist es.


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