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RIED. Das Unabhängige Landesfreiwilligenzentrum ULF behandelte in der vergangenen Woche in fünf Veranstaltungen in Oberösterreich aktuelle Themen und Herausforderungen für Freiwilligenkoordinatoren, Vereinsfunktionäre sowie Vertreter von Gemeinden und regionalen Initiativen.

Diskussion in der Gießerei (v. l.): Kerstin Hofstätter, Petra Pongratz (Verein dieziwi.), Lea Sensenberger, Claudia Angerlehner (young caritas), Moderatorin Claudia Em, Ronja Dummann (Foto: Tips / Horn)

Das Thema in Ried war das freiwillige Engagement von Jugendlichen – was ist für Vereine oder Initiativen zu tun, wenn der Nachwuchs ausbleibt.

Auf Basis aktueller Jugendstudien gab Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung einen fundierten Einblick, wie freiwilliges Engagement heutzutage gestaltet und kommuniziert werden muss, um Jugendliche zu erreichen und zu begeistern. Er zeigte, wie es geht und dass es geht.

Der Wille zum Engagement und das Interesse seien vorhanden, sagte er, aber Angebot und Nachfrage passten nicht zusammen. Wer Engagement von den Jugendlichen wolle, müsse sich an ihre Anforderungen und Lebenswelten anpassen. Rohrer: „Das klassische Vereinswesen interessiert die Jugend nicht mehr. Sie wollen sehen, dass etwas passiert und mehr projektbezogen arbeiten. Das spießt sich oft mit alten Vorstellungen.“

In einer Diskussion ging es um praktische Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen.

Ronja Dummann, eine Initiatorin von Fridays For Future in Ried und jetzt Landesgeschäftsführerin der Grünen Jugend, ist überzeugt, dass sich sehr viele Jugendliche engagieren wollen. Es brauche allerdings einen Anknüpfungspunkt und persönliche Motivation. Als Beispiel nannte sie Greta Thunberg, die den Klimaschutz auf eine persönliche Ebene gebracht habe.

Die Rieder Streetworkerin Kerstin Hofstätter wies darauf hin, dass viele Jugendliche ganz selbstverständlich zwischen mehreren Lebenswelten switchen. Erwachsene, die Jugendliche motivieren wollen, müssten offen, konkret und neugierig sein und vor allem die jungen Menschen akzeptieren, wie sie sind. „Die Jugendlichen können sich die Bedingungen nicht aussuchen.“


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