Innviertler Geschwisterpaar lief den Donautrail: „Es war eine ziemliche Schinderei“
OBERNBERG. Bereits zum sechsten Mal wurde der Sparkassen Donautrail ausgerichtet. Eine Veranstaltung, in der Ultraläufer und Geher sich in verschiedenen Distanzen auf ein sportliches Abenteuer begeben.

Die Königsklasse in den Bewerben läuft unter dem Namen „Linz 100“ – die Strecke umfasst 103 Kilometer Distanz, wobei die Sportler insgesamt fünf Gipfel des Linzer Umlandes erklimmen und mit einer rund 25 Kilometer langen Westschleife – von Ottensheim an der Donau bis Aschach und zurück – eine mental herausforderndes, flaches Stück zu bewältigen haben.
Unter den 170 Verwegenen, die sich auf diese längste Strecke gemacht haben, waren auch Sven Schiszler vom TSV Obernberg 1885 und seine Schwester Maja Hoche. Die beiden haben in den vergangenen Jahren einige Bewerbe in der Ultradistanz erfolgreich bewältigt, sind fünffache Finisher bei „Burgenland Extrem“ (Neudiedlersee-Umrundung) und wollten es diesmal, wie sie schmunzelnd eingestehen „etwas gemütlicher angehen“ und deswegen „statt 120 Kilometer im Burgenland lieber 100 Kilometer in Oberösterreich machen“. „Dass anstatt der 20 Kilometer mehr Distanz bei Linz 100 einige Höhenmeter zu bewältigen sind, war uns schon klar, aber was das dann konkret bedeutete, haben wir offen gesagt doch ein wenig unterschätzt“, meinte Sven Schiszler. „Im Nachhinein auch bemerkenswert, wie enorm mental herausfordernd das flache Streckenstück entlang der Donau war. Wir glaubten, dass wir derlei Erfahrungen aus dem Burgenland zur Genüge hätten und doch war das mitunter das härteste Stück“, resümiert Maja Hoche.
Tatsächlich ist das Abenteuer Linz 100 nicht ganz ungefährlich für die Teilnehmer, denn wer bei Wilhering den Treppelweg entlang der Donau geschafft hat, den führen die letzten Kilometer über den Prinzensteig und die Franz-Josefs-Warte in dunkler Nacht noch einmal in ein stark kupiertes Gelände, das mitunter recht abschüssig ist. Zu diesem Zeitpunkt haben die Athleten bereits 90 Kilometer in den Beinen und die Geher an die 20 Stunden durchgehenden Marsch hinter sich, was sich natürlich auf die Konzentration und die Kondition, die es zur verletzungsfreien Bewältigung braucht, auswirkt.
Toller Empfang beim Zieleinlauf
Letztlich haben die beiden es aber wieder einmal geschafft. Voller Begeisterung sprechen sie von der professionellen Organisation der Veranstaltung, der vorbildlichen Streckenmarkierung, der erstklassigen Verköstigung an den Labestationen und dem jubelnden Empfang beim Zieleinlauf – der nach 103 Kilometer und 2405 Höhenmeter verdient war. „Es war schon eine Erfahrung der ganz besonderen Art“, meint Sven, „unbedingt wert, gemacht zu werden, weit jenseits des Alltäglichen und auch weit jenseits der Komfortzone. Man könnte sagen, es war eine richtige Schinderei.“ Aber“, so ergänzt seine Schwester, „irgendwie beflügelt einen das auch. Man merkt, was man zu leisten im Stande ist, wie wertvoll Freunde sind, die unterwegs spontan eine zusätzliche Verpflegung nachschieben und an der Strecke mit einer Kanne Kaffee und Kekserl warten, so wird das ganze fast zu einem Gemeinschaftsprojekt, in dem man das Privileg genießt, es über die Ziellinie tragen zu können“.


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