Krankenhaus Ried setzt auf Biopsie-System bei Prostatakrebs
RIED. Bei Verdacht auf Prostatakarzinom bringt nur eine Gewebeentnahme Gewissheit. Als erstes Spital in Österreich setzt das Krankenhaus der Barmherzige Schwestern Ried nun auf ein Biopsie-System, das höchste Genauigkeit ermöglicht.

Prostatakrebs ist bei Männern die häufigste bösartige Erkrankung. Wird er frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen heute sehr gut; doch im Anfangsstadium verursachen diese Tumore kaum Beschwerden. Umso wichtiger ist für Männer spätestens ab 45 Jahren die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Prostata. Ergibt sich dabei der Verdacht auf ein Karzinom und zeigt auch eine anschließende Magnetresonanz-Aufnahme (MRT) Auffälligkeiten, müssen Gewebsproben aus dem betroffenen Bereich der Vorsteherdrüse entnommen werden. Das etwa walnussgroße Organ liegt zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Die Position der Biopsie-Nadel wird dabei von Arzt bzw. Ärztin mithilfe von Ultraschall kontrolliert.
Auch die KI unterstützt
Im Krankenhaus Ried kommt nun – erstmals in Österreich – ein System namens Koelis Trinity zum Einsatz. Entdeckt ein spezialisiertes Radiologen-Team im MRT-Auffälligkeiten, können diese mit KI-Unterstützung eingezeichnet werden. Diese Aufnahmen überlagert und verschmilzt das System während der Biopsie mit dem aktuellen Ultraschallbild zu einem 3D-Modell für eine besonders präzise Nadelführung. So können auch kleine oder schwer erreichbare Tumoren verlässlich getroffen werden. Eine weitere spezielle Software erkennt und korrigiert in Echtzeit selbst kleinste Bewegungen des Patienten während des 10- bis 20-minütigen Eingriffs. „Das lässt sich in gewisser Weise mit dem Autopiloten in einem Fahrzeug vergleichen“, erklärt Markus Preischer, Oberarzt an der Urologischen Abteilung in Ried. Durch die Ausschaltung dieser möglichen Fehlerquelle brauchen die Patienten keine Ruhigstellung durch eine Vollnarkose mehr, eine örtliche Betäubung reicht aus. Deshalb kann die Biopsie ambulant erfolgen, eine stationäre Aufnahme ist nicht nötig.


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