Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

RIED. Im Jänner 2019 wechselte Marco Grüll von Regionalligist TSV St. Johann zur SV Guntamatic Ried. Kommenden Juni verlässt der 22-Jährige das Inn­viertel und wechselt zum österreichischen Rekordmeister Rapid Wien.

Marco Grüll (r.) ist mit sechs Saisontreffern der torgefährlichste Spieler der SV Guntamatic Ried. (Foto: Scharinger)

Tips: Herr Grüll, wie froh sind Sie, dass Ihr Transfer zu Rapid endlich feststeht und das Wechsel-Hickhack ein Ende hat?

Grüll: Sehr froh. Die letzten Wochen und Monate waren nicht einfach, sondern sehr belastend. Ich bin erst seit wenigen Jahren im Profigeschäft. Für mich war die Situation absolutes Neuland. Nun bin ich sehr froh, dass Gewissheit über meine Zukunft herrscht. Ich habe versucht, alles so gut wie möglich auszublenden, aber ganz schafft man das nicht. Wobei ich sagen muss, dass ich während der Spiele alles ausblenden konnte.

Tips: Warum fiel die Entscheidung ausgerechnet auf Rapid Wien?

Grüll: Es waren sehr gute Gespräche. Das Gesamtpaket passt. Ich habe schnell das Vertrauen von Trainer Kühbauer und Sportdirektor Barisic gespürt. Rapid hat sich sehr um mich bemüht. Das war ausschlaggebend.

Tips: Für Sie gab es Angebote aus der deutschen Bundesliga. Unter anderem hatte Eintracht Frankfurt Interesse an einer Verpflichtung. Ein Jobangebot aus der Bundesliga bekommt man nicht jeden Tag. Warum haben Sie sich gegen einen Transfer nach Deutschland entschieden?

Grüll: Ich habe vor drei Jahren für den TSV St. Johann noch in der Regionalliga gespielt. Der Wechsel ins Ausland wäre meiner Meinung nach zu früh gekommen. Für mich ist Rapid der richtige Schritt.

Tips: Rapid ist die Zukunft, die Gegenwart lautet Abstiegskampf mit der SV Ried. Ihre Mannschaft hat seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen. Trainer Miron Muslic wartet noch immer auf den ersten Sieg als Bundesliga-Cheftrainer. Was macht Sie so sicher, dass Sie die Klasse halten?

Grüll: Jeder im Verein wusste vor der Saison, dass es heuer nur darum geht, den Klassenerhalt zu schaffen. Wir verfügen meiner Meinung nach über genügend Qualität im Kader, um unser Ziel zu erreichen. Wichtig wird es sein, die Duelle gegen direkte Konkurrenten zu gewinnen, beziehungsweise nicht zu verlieren und ab und zu gegen Top-Teams aus der oberen Tabellenhälfte zu überraschen. Wie zum Beispiel beim Sieg gegen Rapid im Herbst.

Tips: Sie haben nie eine Fußball-Akademie besucht, sondern haben den Weg in die Bundesliga über das Unterhaus geschafft. Sie haben schon als Jugendlicher im Erwachsenenfußball gespielt und mussten sich dementsprechend gegen körperlich robustere Gegner durchsetzen. Kommt Ihnen das jetzt zugute?

Grüll: Ich habe mich gegen den Akademie-Weg entschieden, obwohl ich die Möglichkeit dazu hatte. Ich wollte den für viele schwierigeren Weg über den Amateurfußball gehen. Im ersten Jahr in der Kampfmannschaft bin ich mit meinem damaligen Team abgestiegen. Schon damals habe ich mitbekommen, wie beinhart der Abstiegskampf sein kann. Davon profitiere ich heute. Solche Erfahrungen sind im Laufe der Karriere sehr nützlich.

Tips: Was bedeutet Abstiegskampf?

Grüll: Kämpfen bis zum Umfallen. Keinen Ball verloren geben und Rückschläge, wie unseren späten Gegentreffer gegen Sturm Graz, schnell wegzustecken versuchen.

Tips: Sie gelten bei den Fans der SV Ried als der Hoffnungsträger. Für viele von Ihnen ist ein Klassenerhalt stark an Ihre Leistungen gekoppelt. Belastet Sie diese Situation?

Grüll: Ich empfinde die hohe Erwartungshaltung der Fans nicht als Druck. Ganz im Gegenteil. Es freut mich sehr, dass sie viel von mir erwarten und zeigt mir, dass ich seit meiner Ankunft hier im Innviertel vieles richtig gemacht habe.

Tips: Wie wird Ihnen Ried in Erinnerung bleiben?

Grüll: Ried ist meine erste Profistation und wird mir immer positiv in Erinnerung bleiben. Ich bekam hier die Zeit, mich in Ruhe zu entwickeln. Zudem habe ich viele neue Freundschaften geschlossen. Der Verein hat mir die Chance gegeben, meine ersten Schritte im Profibereich zu gehen. Ich glaube, dass ich durch meine Leistungen das Vertrauen der Verantwortlichen gerechtfertigt habe. Es hat von Anfang an für beide Seiten sehr gut gepasst.<


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden