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SV Oberbank Ried holt mit schnellem Ausgleich ein Unentschieden gegen Red Bull Salzburg

Walter Horn, 12.09.2026 06:12

RIED. Mit der vor allem defensiv wohl besten Saisonleistung erkämpfte sich die SV Oberbank Ried am Freitagabend vor 6.041 Zuschauern ein 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen Red Bull Salzburg. Weil die Rieder die späte Führung der starken Salzburger in der 86. Minute ausgleichen konnten, fühlte sich der Punkt für die meisten Zuschauer an wie ein Sieg. 

SVR-Trainer Mario Despotovic (Foto: Horn)
  1 / 2   SVR-Trainer Mario Despotovic (Foto: Horn)

Vor dem Spiel wurde eine Trauerminute im Gedenken an Geri Lackerbauer abgehalten. Er hatte 1995, zum ersten Aufstieg der SV Ried in die Bundesliga, zusammen mit seiner Frau Renate den immer noch bestehenden Fanclub Schwarz-Grün gegründet und ist am vergangenen Samstag im 82. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben. Die Westtribüne erwies ihm mit mehreren großen Transparenten, unter anderem mit der Aufschrift „Den Verein gelebt, die Kurve geprägt. Für immer Schwarz-Grün“, die letzte Ehre. 

Starker Druck von Salzburg

Die Rieder wurden von Beginn an in die Defensive gedrängt und kamen in der ersten halben Stunde, in der Salzburg bis zu 73 Prozent Ballbesitz hatte, nur selten aus der eigene Hälfte heraus. In der neunten Minute lenkte SVR-Torwart Andreas Leitner einen Schuss von Baidoo an den Pfosten und wehrte auch den Nachschuss von Tabakovic ab. Zwischen der 27. und 31. Minuten vergaben zweimal Vertessen, Barry und Tabakovic weitere Chancen. 

Nach der Pause konnten die Rieder das Spiel ausgeglichener gestalten. Pape Sissoko vergab in der 49. Minute die erste Chance für die Gastgeber, danach war wieder der gefährliche, aber zum Glück für Ried glücklose Vertessen dran, der zwei weitere Chancen vergab. In der 56. Minute wurde ein eigentlich missglückter Volley von Samuel Chukwudi zur Torchance, weil er mehrfach abgefälscht wurde und unkontrolliert vor Salzburgs Torwart Zawieschitzky herumflipperte, bevor er neben dem Tor ins Out rollte. 

Gerade als sich auf Rieder Seite die Hoffnungen verstärkten, gegen den Favoriten vielleicht doch etwas mitnehmen zu können, reagierte Karim Konaté nach einem Zweikampf an der Strafraumgrenze am schnellsten und bugsierte den Ball mit dem Außenrist ins Tor (84.). 

Schneller Ausgleich

Die Schwarz-Grünen reagierten darauf mit einer „jetzt erst recht“-Aktion. Sofort nach dem Wiederanpfiff kamen sie nach einem abgefälschten Schuss von Malicsek zu einem Eckball. Den zirkelte Yusuf Maart zum kurzen Pfosten und so exakt auf den Kopf von Philipp Pomer, dass dieser nicht einmal springen musste, um den Ball ins Tor zu köpfeln (86.). Die Aktion war laut Pomer nicht einstudiert, aber „wir haben mehrere Waffen bei den Standards. Wenn der Ball so gut kommt und ich richtig stehe, kann alles passieren“.

Die restliche Spielzeit brachten die Rieder clever über die Zeit – auch Trainer Mario Despotovic half dabei mit, indem er Jaden Rhodes, der erst 20 Minuten vorher eingewechselt worden war, in der 90+2. Minute wieder auswechselte, um etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. 

„Superreaktion nach dem 0:1“

SVR-Trainer Mario Despotovic lobte die „Superreaktion“ der Mannschaft nach dem 0:1. Der Punkt sei „alles in allem verdient“. In der ersten Halbzeit habe seine Mannschaft gut verteidigt, in der zweiten sei sie noch besser ins Spiel gekommen. „Das Spiel ist ein guter Schritt für uns. Darauf kann man aufbauen. Man hat gesehen, dass die Mannschaft in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum gut zu verteidigen und gegen jeden Gegner in der Liga bestehen kann. Das gibt Selbstbewusstsein und ist für unseren Entwicklungsprozess sehr wichtig.“

Über die zuletzt öfter kritisierte Defensive meinte er nach der guten Leistung gegen Salzburg: „Wir fühlen uns auf einem guten Weg. Wir haben heute entschieden, die Räume zuzumachen und klein zu halten. Das war gegen Salzburg notwendig und das haben die Spieler super umgesetzt. Wir haben es auch beim hohen Pressing und dem Zustellen des Gegners gut gemacht.“

„Kompliment an die Rieder“

Salzburg-Trainer Danny Röhl beurteilte das Spiel als „von der Emotionslage enttäuschend“, war aber mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „Die Zahlen sprechen für uns. Wir waren sehr dominant, haben wenig zugelassen, hatten 24 Torschüsse, 68 Prozent Ballbesitz, 90 Prozent Passquote, 40 Ballkontakte in der gegnerischen Box, fünf Großchancen. Man kann uns nur ankreiden, dass wir nicht im richtigen Momant das Tor gemacht haben.“

Für die defensive Leistung der SVR fand er durchaus lobende Worte: „Kompliment an die Rieder. Sie haben bis zum Ende gefightet und sich so den Punkt irgendwie verdient. Sie standen sehr kompakt und haben es mit ihren Möglichkeiten hervorragend gemacht.“

Auf die Frage, wie sich dieses Unentschieden anfühle – als zwei verlorene oder ein gewonnener Punkt – waren sich beide Trainer unabhängig voneinander einig. Röhl sagte: „Es fühlt sich an wie ein 1:1“, Despotovic meinte: „Es fühlt sich an wie ein Punkt.“


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