Entscheidung über Fußgängerbrücke soll im Frühjahr fallen
RIED. Unter dem Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ gab es bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag etwas Hoffnung für die Bewohner des Rieder Stadtteils Wegleiten. Seit vor zwei Jahren eine Fußgängerbrücke über die Gleise von den ÖBB abgerissen wurde, ist der Stadtteil zu Fuß nur auf Umwegen zu erreichen.

Weil die Sanierung des gesamten Bahnhofes nicht vor 2025 vorgesehen ist, versucht die Stadt schon länger, zumindest die Erreichbarkeit von Wegleiten früher wieder herzustellen. Die Errichtung eines provosorischen Überganges ist allerdings nicht möglich, weil zuvor die Parameter des Bahnhofsumbaues (Zahl der Gleise, Elektrifizierung) feststehen müssen.
Von einem Zivilingenieurbüro, das für die ÖBB arbeitet, sei Bürgermeister Albert Ortig (ÖVP) informiert worden, dass ein Kostenvorschlag und eine Vorplanung erst nach Klärung dieser Vorgaben erstellt werden könnten. Die ÖBB befänden sich derzeit noch in der ersten Planungsphase des Bahnhofsumbaus 2025. Diese strategische Infrastrukturentwicklung soll bis Ende 2020 oder Anfang 2021 fertig sein. Sobald diese abgeschlossen sei, erhalte die Stadt Bescheid. Bis dahin sei aber noch keine Planung für den Übergang möglich, weil noch nicht fix sei, wie viele Gleise es dann geben werde. Ortig: „Wir sind leider Gottes darauf angewiesen, wie die Gesamtanlage geplant wird.“
SPÖ-Stadtrat Peter Stummer berichtete, dass die SPÖ durch eine Kontaktaufnahme mit den ÖBB erfahren habe, dass die technische Konzeptionierung für den Umbau des Bahnhofes schon abgeschlossen sei. Der zuständige Ingenieur sei bereit, die Pläne der Stadtgemeinde vorzustellen.
Ausgeglichenes Budget
Die Pandemie hat auch im Rieder Budget ihre Spuren hinterlassen. Allein bei den Bundesertragsanteilen muss die Stadt zwei Millione Euro Mindereinnahmen verkraften. Trotzdem kann Ried als eine von wenigen Städten einen ausgeglichenen Budgetentwurf für das Jahr 2021 präsentieren. Der ordentliche Haushalt hat ein Volumen von 36,9 Millionen Euro.
Durch den ausgeglichenen Haushalt, so Bürgermeister Ortig, habe die Stadt die Möglichkeit, Eigenfinanzierungsanteile für Zukunftsinvestitionen aufzubringen. Für das Zustandekommen bedankte er sich ausdrücklich bei allen Gemeinderatsfraktionen und bei der Finanzabteilung der Stadt unter der Leitung von Georg Mattes.
Radarauto finanziert Straßen
Kleines Detail im Budget: Für den Straßenneubau 2021 sind im außerordentlichen Haushalt Baumaßnahmen in Höhe von voraussichtlich 322.000 Euro vorgesehen. Die Bedeckung dieser Ausgaben soll über das zweite Radarauto erfolgen.
Neue Geschäftsführer
Der Gemeinderat beschloss auch die formelle Abberufung der bisherigen Geschäftsführer der Energie Ried Gesellschaft mbH, Helmut Binder und Siegfried Liebich, die beide in Pension gehen, und die Bestellung der neuen (jeweils selbstständig vertretungsbefugten) Geschäftsführer Silke Sickinger und Anton Eckschlager.
„Neue Zeitrechnung“
Bürgermeister Albert Ortig nutzte das Ende der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres für einen Appell. Das 2020er-Jahr werde in die Zeitrechung eingehen wie das 45er-Jahr, meinte er. „Wir müssen damit rechnen, dass nichts so bleibt und weitergeht, wie es vorher der Fall war. Eine Werteverschiebung wird notwendig sein, mit vielen Veränderungen von der Mobilität bis zum Wirtschaftssystem.“
Ortig: „In vielen Bereichen haben sich Wirtschaft und Verdienst zum Selbstzweck entwickelt. Aber wenn man so weitermacht, wird man unseren Planeten an den Baum fahren. Die Politik wird die Ökologisierung nicht nur berücksichtigen, sondern in den Mittelpunkt stellen müssen. Humanität darf nicht nur ein Schlagwort sein.“
Diese Entwicklung müsse aber nicht negativ sein, sagte Ortig: „Die Chance, mitzudenken und die Zukunft neu zu gestalten, kann auch Freude bereiten.“


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