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RIED. Die Affäre um die Übermittlung gefälschter Daten der Energie Ried an die E-Control hat mittlerweile auch politische Aspekte.

Das Unternehmen arbeitet mit den ermittelnden Stellen zusammen. (Foto: Tips/Horn)
Das Unternehmen arbeitet mit den ermittelnden Stellen zusammen. (Foto: Tips/Horn)

Als Erster hob der Rieder ÖVP-Bürgermeisterkandidat und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzender der Energie Ried, Bernhard Zwielehner die Causa auf eine politische Ebene, weil er schon kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine politische Attacke nicht ausschloß.

Diese Vorlage nahm die Rieder SPÖ allerdings noch nicht auf. Ihr Spitzenkandidat, Stadtrat Peter Stummer, verlangt volle Transparenz bei der Aufklärung, stehe aber voll und ganz hinter der neuen Geschäftsführung.

Nach einem Krisengespräch der Spitzenkandidaten der Gemeinderatsparteien am vergangenen Mittwoch forderten Stummer und Neos-Gemeinderat Günter Kitzmüller gegenüber den OÖN, zumindest 50 Prozent des Aufsichtsrates der Energie Ried mit Wirtschaftsexperten statt politischen Mandataren zu besetzen.

Diese Forderung sieht Zwielehner aufseiten der ÖVP als erfüllt an. Er nimmt gegenüber Tips auch den Aufsichtsrat in Schutz: „Es ist unsere Aufgabe, das Management zu prüfen. Wenn wir aber gefakte Zahlen bekommen, ist das schwer.“ Der Aufsichtsrat müsse darauf vertrauen können, dass ihm korrekte Zahlen vorgelegt werden. Auch die E-Control habe die gefälschten Zahlen geglaubt. Bis der genaue Schaden ermittelt sei, werde es wohl bis September dauern.

Anfrage im Landtag

Am vergangenen Donnerstag kam die Energie Ried auch im oberösterreichischen Landtag zur Sprache. SPÖ-Klubchef Michael Lindner wollte vom zuständigen Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) wissen, ob durch die an die E-Control übermittelten falschen Daten für die oberösterreichischen Stromkunden ein Schaden entstanden sei und, falls ja, wie hoch dieser sei. Das schloss Achleitner aus – falls wider Erwarten doch einer entstehen sollte und die Kunden zu viel für ihren Strom bezahlt hätten, würde ihnen dieser Betrag (Achleitner sprach bei einem angenommenen Schaden von einer Million Euro von rund 60 Cent pro Kunde) bei der nächsten Rechnung wieder abgezogen.

Er sagte auch, dass sich das Land aus den Ermittlungen erst einmal heraushalte, weil ohnehin schon von vier verschiedenen Stellen und Behörden ermittelt werde – neben der E-Control und der Staatsanwaltschaft seien auch eine große Wirtschaftsprüfungskanzlei und ein eigener Ziviltechniker tätig.


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