Erneut Top-Ten-Platzierungen für Gemeinden aus dem Bezirk Ried im Bonitäts-Ranking
GEINBERG / BEZIRK RIED. Die Zeitschrift „public“ hat zum zehnten Mal in Zusammenarbeit mit dem KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) die 2.097 österreichischen Gemeinden (ohne Wien) nach ihrer Bonität gereiht. Der Bezirk Ried stellt mit Geinberg die drittplatzierte Gemeinde und schneidet mit vier Gemeinden unter den besten 250, davon zwei unter den Top Ten, hervorragend ab.

Geinberg konnte sich um vier Plätze verbessern und wird nur noch von Sattledt und Pfaffing übertroffen, die auch im vorigen Jahr schon die zwei Spitzenplätze belegten.
Die wirtschaftliche Stärke des Bezirkes unterstreichen drei weitere Gemeinden mit Platzierungen unter den ersten 20.
Die zweite Rieder Gemeinde mit einer bundesweiten Top-Ten-Platzierung ist Reichersberg auf Rang sechs, nach Platz zwölf vor einem Jahr und Platz zehn vor zwei Jahren.
Einen riesigen Sprung nach vorne machte St. Martin, das sich von Platz 146 auf Platz 17 verbesserte. Direkt dahinter auf Platz 18 liegt Aurolzmünster, das im vorigen Jahr noch auf Rang 33 lag.
Geinberg – Platz 3
Bürgermeister Franz Ludwig Reitinger (FPÖ) zeigte sich überrascht und erfreut über die erneute gute Platzierung. Er führt die gute Bonität der Gemeinde in erster Linie darauf zurück, dass es in Geinberg eine ganze Reihe florierender Firmen in verschiedenen Branchen gibt, die in der 1.400-Einwohner-Gemeinde etwa 960 Arbeitsplätze bieten. Dadurch hing man nicht nur von den Einnahmen durch die Therme, die fast das ganze Jahr geschlossen war, ab. Auswirkungen hatte die Krise dennoch: „So etwas geht an keinem vorüber. Wir hatten einen Stillstand, werden aber trotzdem positiv aus der Krise kommen.“ Die nächste Betriebsansiedlung, Österreichs modernstes Biogewächshaus, entsteht gerade.
Reichersberg – Platz 6
Auch Reichersbergs Bürgermeister Bernhard Öttl (ÖVP) freut sich über die gute Platzierung, will sie aber nicht überbewerten: „Wenn eine Gemeinde ein größeres Projekt baut, ist das gar nicht so gut für die Bonität, obwohl dabei ja etwas geschaffen wird.“ In Reichersberg sei durch die Pandemie „ein Jahr ausgefallen“. Den Abgang von einer halben Million Euro „können wir aber verschmerzen“.
Der Bau des Feuerwehrzeughauses wurde um ein Jahr verschoben, allerdings wegen der extrem gestiegenen Baupreise. Neue Arbeitsplätze, unter anderem durch die Nachfolger-Firma von Escada Logistics, seien in Sicht.
Bonität
Für die Bonität ist eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich, und nicht alle können von der Gemeinde beeinflusst werden. Das reicht von der Wirtschaftskraft (von der die Höhe der gemeindeeigenen Steuern abhängt) und dem primären Finanzausgleich (der die Höhe der Ertragsanteile bestimmt) über die demografische Entwicklung und die höchst unterschiedliche Transferpolitik in den Ländern bis zum Gemeindemanagement und nicht zuletzt zur Kompetenz der Entscheidungsträger.
Die Berechnung von „public“ und KDZ basiert auf den Kennzahlen der letzten drei Jahre in den Bereichen Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, finanzielle Leistungsfähigkeit und Verschuldung.
Keine Chancengleichheit
Die unterschiedliche Transferpolitik der Bundesländer trägt nicht zur Chancengleichheit im Bonitätsranking bei. Die Höhe der Sozialtransfers ist sehr unterschiedlich – oberösterreichische Gemeinden zahlen beispielsweise pro Einwohner fast doppelt so viel an Krankenanstalten-, Landes- und Sozialhilfeumlagen wie burgenländische Gemeinden. Entscheidend ist auch die regionale Lage (ländlicher Raum oder Speckgürtel), die Einwohnerzahl spielt hingegen keine Rolle.


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