Immer mehr Beratungen wegen Pflegegeldbescheiden
RIED. Arbeiterkammer-OÖ-Präsident Andreas Stangl und AK-Bezirksstellenleiter Christian Breyer präsentierten bei der jährlichen Bilanz-Pressekonferenz die Erfolge und Aktivitäten der Arbeiterkammer im vergangenen Jahr.

Präsident Andreas Stangl informierte über die Aktivitäten der AK, um die Folgen der Teuerung für die Arbeitnehmer zu mildern und über Direktleistungen der AK Oberösterreich wie den Schulbonus und den Mobilitätszuschuss für junge AK-Mitglieder. Oberösterreich sei bei den Hilfspaketen das schlechteste Bundesland.
„Der Arbeitsmarkt ist hervorragend“, sagt Stangl. Das führe aber auch zu einer Steigerung bei den Rechtsschutzfällen: „80 bis 90 Prozent der Rechtsfälle kommen aus dem unorganisierten Bereich, also aus Betrieben ohne Betriebsrat. Das zeigt: Der Betriebsrat ist ein Ruhestifter.“
Fast 6.000 Beratungen
2022 hat die AK Ried 5.994 Beratungen durchgeführt, davon knapp zwei Drittel telefonisch, berichtete Bezirksstellenleiter Christian Breyer. Bei 234 Vertretungen erkämpfte sie 3,33 Millionen Euro für ihre Mitglieder, den weitaus größten Teil (knapp 2,5 Millionen) im Sozialrecht und knapp 350.000 Euro in Insolvenzverfahren. Die Erfolgsquote der AK liege bei 81,9 Prozent.
Breyer: „Uns ist kein Betrag zu niedrig.“ Der kleinste Betrag, den die AK für ein Mitglied 2022 sicherte, war 62,29 Euro – man einigte sich außergerichtlich. Bei der höchsten Summe ging es um eine Abfertigung, hier zahlte die Firma 148.930 Euro.
Die meisten Konflikte gebe es bei den Arbeitskräfteüberlassern, gefolgt von den beschäftigungsstarken Branchen Handel, Metall und Gewerbe sowie Transport.
Probleme bei Pflege und Energiekosten
Beim Pflegegeld verzeichnet die AK ständig mehr Fälle. „Jede sechste bis siebente Beratung mündet in eine Intervention“, erklärt der Bezirksstellenleiter: „Es zahlt sich aus, zur AK zu gehen.“ Bei der Energieberatung verzeichnet die AK sogar eine Verfünffachung. „Wir können auch da helfen und Alternativen aufzeigen“, sagt Breyer.
Immer wichtiger wird das Thema Teilzeit, was oft auch mit der Kinderbetreuung zusammenhängt. Stangl: „Bei der Kinderbetreuung hat Oberösterreich den Anschluss verloren und ist in allen Bereichen das schlechteste oder zweitschlechteste Bundesland.“
Wenn die Pensionsversicherungsanstalt nicht so restriktiv wäre, hätten wir nicht so eine Frequenzsteigerung.
. Das Geld ist ja nicht fürs Sparbuch, sondern um Pflegekosten zu bezahlen
Nach Erhalt des Bescheides hat man drei Monate Zeit, um dagegen vorzugehen.
und gibt einen eigentlich selbstverständlichen Tipp: „Man muss irrsinnig aufpassen, was man unterschreibt.“


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