Rieder Kaserne soll in den nächsten Jahren von Grund auf saniert werden
RIED. Mit einem symbolischen Spatenstich unter dem Kommando von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner wurde am Donnerstag die umfassende Sanierung der Rieder Zehner-Kaserne in Angriff genommen.

Die Generalsanierung sei der erste Schritt eines Gesamtkonzeptes für die Kasernen und die erste Investition in die Infrastruktur in Oberösterreich, sagte Tanner. In den nächsten vier Jahren seien 16 Milliarden Euro für das Bundesheer vorgesehen.
Dieses Paket enthalte unter anderem die Modernisierung des Schützenpanzers Ulan, die Anschaffung neuer Hubschrauber sowie Generalsanierungen wie die der Rieder Kaserne.
Militärkommandant Brigadier Dieter Muhr blickte auf die Geschichte der Kaserne zurück und bezeichnete die Sanierung als klares Zeichen für den Standort Ried.
Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer sprach von einem „Tag der Freude“, der auch die Debatte um den Standort Ried beende.
40 Millionen Euro
Für die Generalsanierung des Wirtschaftsgebäudes sind etwa 10,5 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt sollen in Ried rund 40 Millionen Euro investiert werden. Die weiteren Baulose (vor allem Unterkünfte und Garagen) sollen, so der Leiter der Heeresimmobiliendirektion Johannes Sailer, in den nächsten sechs bis acht Jahren errichtet werden.
Als erstes Gebäude wird das Wirtschaftsgebäude modern und zeitgemäß – und barrierefrei – saniert. Die Arbeiten beginnen im April und sollen bis Dezember 2024 abgeschlossen sein.
Die Nutzfläche wird von 4.400 Quadratmeter auf drei Ebenen auf 5.200 Quadratmeter vergrößert. Im Erdgeschoß werden Betreuungseinrichtungen (u. a. Küche und Cafeteria) eingerichtet, im Obergeschoß Kanzleiräume für das Kommando. Ins Untergeschoß kommen Lager- und Technikräume.
Zudem wird das Gebäude thermisch saniert und erhält eine neue Fassadengestaltung.
Während des Umbaus werden die Soldaten ihre Mahlzeiten in einem Speisezelt einnehmen, gekocht wird in einer eigens errichteten Containerküche.
Für 2024 ist außerdem noch der Bau eines Anschlussgleises geplant. Dann kann Militärgerät in der Kaserne verladen werden und die Panzer müssen nicht mehr durch die Stadt zum Bahnhof fahren.
Zehner-Kaserne
Die Kaserne ist nach dem von der Gestapo ermordeten Infanteriegeneral Wilhelm Zehner benannt, der sie in seiner Zeit als Staatssekretär für Landesverteidigung (heute: Verteidigungsminister) errichten ließ.
Gebaut wurde die Kaserne von 1936 bis 1937. Zunächst war sie Standort des Infanterieregiments 17. Nach dem Krieg wurde sie von US-Truppen besetzt und diente bis 1957 hauptsächlich als Flüchtlingsunterkunft. 1963 wurde das seit 1958 in Ried stationierte Feldjäger- beziehungsweise Jägerbataillon 13 in das Panzergrenadierbataillon 13 umgegliedert.
Die letzten größeren Sanierungsarbeiten erfolgten in den 80er- und 90er-Jahren.
Einsatz in Bosnien
Auf die Rieder Soldaten wartet schon der nächste Auslandseinsatz.
Unter der Federführung des Panzergrenadierbataillon 13 wird das Kontingent AUTCON38 / EUFOR einen sechsmonatigen Einsatz in Bosnien absolvieren.
Die Verabschiedung findet am Freitag, 17. März ab 9.30 Uhr auf dem Rieder Hauptplatz statt.


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