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RIED. Bei seinem jährlichen Bezirksbesuch in Ried rief der Seniorenbund-Landesobmann Landeshauptmann a. D. Josef Pühringer dazu auf, an der EU-Wahl aktiv teilzunehmen. Zudem nannte er aktuelle Forderungen und Arbeitsschwerpunkte des Seniorenbundes.

Der Seniorenbund im Bezirk Ried hat im vergangenen Jahr 270 neue Mitglieder dazu bekommen (v. l.): Landtagsabgeordneter Günther Lengauer; Landesgeschäftsführer Franz Ebner; Bezirksobmann-Stellvertreterin Pauline Büchl; Seniorenbund Bezirksobmann Walter Nömaier; Landesobmann LH a.D. Josef Pühringer und Bezirksobmann-Stellvertreter Wolfgang Schönleitner (Foto: OÖ Seniorenbund / Robert Orthner)

27,9 Prozent der Bevölkerung im Bezirk Ried gehören zur Generation 60+. Ihr Anteil unter den Wahlberechtigten beträgt sogar 38 Prozent. In den nächsten 25 Jahren werden diese Zahlen auf fast 40 Prozent der Bevölkerung und die Hälfte der Wahlberechtigten steigen. Erst danach werden sich die im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts sinkenden Geburtenzahlen bemerkbar machen.

Daher, so Pühringer, sei es wichtig, dass die Senioren eine starke Interessensvertretung haben. Der Seniorenbund habe in der letzten Zeit viel erreicht, sehe es aber als Aufgabe an, darauf aufmerksam zu machen, was noch getan werden muss.

Pühringer nannte da vor allem den Personalmangel in der Pflege sowie die Forderungen nach besserer Förderung der 24-Stunden-Pflege und eine Überarbeitung des Angehörigenbonus.

Es dürfe auch keine Altersdiskriminierung geben, die bei zu klein gedruckten Beipackzettel beginne und bei wichtigen Förderanträgen, die nur online auszufüllen seien, nicht ende.

„Unverzichtbarer Beitrag“

Er wies darauf hin, dass Pensionisten über sieben Milliarden Euro Steuern zahlten und durch ehrenamtliche Tätigkeiten, zum Beispiel beim Roten Kreuz, sowie im „Enkelkinderdienst“ unverzichtbare Beiträge für die Gesellschaft leisten.

Menschen, die nach Erreichen des Pensionsalters noch weiterarbeiten, sollten keine Pensionsbeiträge mehr zahlen müssen. Das gelte derzeit nur bis zu einem Nebenverdienst in der Höhe der doppelten Geringfügigkeitsgrenze. Pühringer: „Diese Beiträge bekommt man durch die minimale Erhöhung der Pension danach nie mehr zurück.“

Wahlen

„Die Bedeutung der Europa-Wahlen wird leider unterschätzt“, meinte der Landeshauptmann a. D. Diese Wahl werde eine Richtungsentscheidung zwischen dem Friedensprojekt Europa und der Demokratie auf der einen und Nationalisten, Populisten und EU-Gegnern auf der anderen Seite. Daher appellierte er: „Bitte geht zur Wahl.“

Mitgliederzuwachs

Seniorenbund-Landesgeschäftsführer Franz Ebner lobte die erfolgreiche Mitgliederwerbung des SB im Bezirk Ried, der im vergangenen Jahr 270 neue Mitglieder dazubekommen habe und jetzt 4.414 Mitglieder habe.

Soziale Aktionen

SB-Bezirksobmann Walter Nömaier wies auf die Aktivitäten des Seniorenbundes gegen Alterseinsamkeit hin. Im Sozialbereich habe der SB Ried in den letzten Jahren einige sehr erfolgreiche Aktionen durchgeführt: die Sockenaktion 2022, bei der mehr als 500 Paar Socken für Krebskranke gestrickt und an Krankenhäuser übergeben wurden, die „Kummerkuschler“-Aktion 2023, mit der psychisch Kranke unterstützt wurden, und die noch laufende Demenzdecken-Aktion, von der Mitarbeitende in Pflegeheimen begeistert seien.


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