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REICHERSBERG. Mit einer Mehrheit von elf gegen acht Stimmen hat es der Gemeinderat von Reichersberg am Donnerstag, 7. Mai, abgelehnt, Verhandlungen über einen Grundstücksverkauf an Amazon aufzunehmen. Der US-Konzern wollte mit Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro ein großes Logistikzentrum errichten.

Der geplante Standort liegt direkt neben dem FACC-Werk 4. (Foto: Fotokerschi / Christian Doms)
  1 / 3   Der geplante Standort liegt direkt neben dem FACC-Werk 4. (Foto: Fotokerschi / Christian Doms)

Dieses Zentrum hätte laut der Amazon-Präsentation ein Logistik- und Forschungsstandort sein sollen und hätte im ersten Betriebsjahr bis zu 1.000 Arbeitsplätze gehabt. Ein späterer Anstieg wäre von der Geschäftsentwicklung abhängig gewesen. Das dafür vorgesehene 22,8 Hektar große Grundstück, das im Besitz der Wirtschaftspark Innviertel Reichersberg GmbH ist, liegt direkt neben dem FACC-Werk 4. Die Gebäudegrundfläche wird mit 74.000 Quadratmetern, knapp einem Drittel davon, angegeben.

ÖVP nicht geschlossen

Die beiden Reichersberger Bürgerlisten ProDialog (fünf Sitze) und Team Reichersberg (drei Sitze) sowie die FPÖ (zwei Sitze) und ein ÖVP-Gemeinderat stimmten gegen die Aufnahme von Verhandlungen, die restlichen sieben ÖVP-Mandatare und der SPÖ-Gemeinderat dafür.

In der laut Bürgermeister Bernhard Öttl (ÖVP) „sehr emotionalen“ Sitzung brachten die Gegner des Projekts vor allem Befürchtungen wegen des zusätzlichen Verkehrsaufkommens und der dadurch befürchteten Verschlechterung der Lebensqualität zum Ausdruck.

Der Bürgermeister war dafür, zumindest einmal Verhandlungen aufzunehmen: „Die hätten wir immer noch abbrechen können.“

Viele Reaktionen

Öttl berichtet, dass er viele Reaktionen auf die Abstimmung erhalten habe und am Tag nach der Abstimmung mehrere Stunden telefonieren musste. „Viele waren froh, dass das Projekt nicht kommt, andere können die Entscheidung nicht verstehen.“ Auch die Bürgermeister-Kollegen im Bezirk seien enttäuscht gewesen.

Im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung wurde einstimmig beschlossen, auf einem Teil des Grundstücks ein Biomasse-Heizwerk zu errichten. Ob das die Insolvenz der verschuldeten Wirtschaftspark Innviertel Reichersberg GmbH abwenden kann, ist noch unklar.


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Werner R.
Werner R.
17.05.2026 07:24

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Gut gemacht, genau jene die gegen das Projekt gestimmt haben werden sich lautstark beschweren wenn dann kein Geld mehr für Infrastruktur, Schulen, Vereine, Zukunftsprojekte da ist und die Gemeinde hoch verschuldet ist. Gratulation, die Kinder und Enkel werden es euch Danken.


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