Aktuelle Trockenheit geht weit über normale Schwankungen hinaus
INNVIERTEL. Die anhaltende Trockenheit der letzten Monate und die vorsommerlichen Temperaturen der letzten Tage hinterlassen immer deutlicher ihre Spuren an und in Oberösterreichs Gewässern. Das Innviertel verzeichnet besonders niedrige Niederschlagsmengen.

Der März brachte in Oberösterreich 26 Prozent weniger Regen als üblich, der April sogar noch weniger: 38 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. An einzelnen Messstellen fielen sogar weniger als 15 Prozent des normalen Niederschlags.
In Auftrag von Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder wurden nun die aktuellen Messdaten ausgewertet.
Kleinere Flüsse und Bäche trockengefallen
In mehreren Regionen sind kleinere Flüsse und Bäche bereits trockengefallen – so etwa der Hainbach im Mattigtal oder der Kühbach in Mattighofen.
Zahlreiche Pegel kleinerer Fließgewässer in Oberösterreich zeigen deutlich unterdurchschnittliche Wasserführungen oder gar Niederwasser, wie aktuell auch der Schwemmbach (Friedburg), die Trattnach (Leithen), die Große Naarn (Königswiesen), die Aist (Schwertberg), die Krems (Kirchdorf an der Krems) und andere.
Reichersberg am trockensten
Im April war die Messstation in Reichersberg die trockenste in ganz Oberösterreich. Dort wurden nur elf Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Im langjährigen Mittel (1981-2010) liegt der Niederschlag im April in Reichersberg bei 53 Litern.
Andere Auswertungen im Innviertel ergaben weitere extrem niedrige Werte. In Ostermiething betrug die Regenmenge im April weniger als die Hälfte des langjährigen Durchschnitts: 27 Liter pro Quadratmeter statt 64 Liter. In Aspach liegt der Wert unter einem Drittel: 19 Liter/Quadratmeter bei einem langjährigen Mittel von 65 Litern. In Ried fiel nur etwa ein Viertel der üblichen Regenmenge, 17 statt 65 Liter.
Grundwasserstand
Durch die Trockenheit sinkt der Grundwasserpegel. „Hier gibt vor allem das Innviertel ein schlimmes Bild ab“, heißt es vom Umweltreferat. Acht Messstellen (Lengau, Munderfing, Obereck, Osternberg, St. Peter, Wappeltsham (Hausruck), Wallensham und Münzkirchen) verzeichnen einen sehr niedrigen Grundwasserstand, sechs einen niedrigen.
Vor allem die Landwirtschaft, aber auch die Trinkwasserversorger spüren die extreme Trockenheit deutlich, außerdem steigt die Gefahr von Waldbränden in Oberösterreich. Gerade im Frühling ist Regen essenziell für die Vegetation und die heimischen Felder.
Maßnahmen
Die Bezirkshauptmannschaften (nicht nur im Innviertel) haben Anfang April Waldbrandschutzverordnungen in Kraft gesetzt, die jegliches Anzünden von Feuer und das Rauchen in den Wäldern und deren Gefährdungsbereichen verbietet und Übertretungen der Vorschriften mit Geldstrafen bis zu 7.270 Euro oder mit bis zu vier Wochen Haft bestraft.
Etliche Gemeinden verordnen Zeitfenster für das Befüllen von Swimmingpools, damit nicht zu viel Wasser gleichzeitig verbraucht wird. Im Extremfall werden auch das Gießen von Rasenflächen und Beeten sowie das Autowaschen untersagt.


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