Betrüger führte sieben Firmen in die Insolvenz und setzte sich ab

Hits: 2634
Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 13.08.2019 19:50 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. Sieben Transportfirmen soll ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Rohrbach im Zeitraum von Oktober 2011 bis Mai 2019 vorsätzlich oder grob fahrlässig in die Insolvenz geführt haben. Der Gesamtschaden dürfte mehr als eine Million Euro betragen.

 

Ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Rohrbach ist verdächtig, von Oktober 2011 bis Mai 2019 insgesamt sieben Transportfirmen vorsätzlich bzw. zum Teil grob fahrlässig in die Insolvenz geführt zu haben. Der Beschuldigte gründete nach und nach sieben Firmen auf seinen Namen und auf Familien- und Firmenangehörige. Dabei nutzte er die familiäre Stellung und die mangelnden kaufmännischen und sprachlichen Kenntnisse aus.

Familie musste einspringen

Nach der Insolvenz seiner ersten Firma im Jahr 2011 setzte er seine Ehefrau - und nach der Scheidung seine neue Partnerin - als „Strohmänner“ ein. Die Firmenleitung oblag ausschließlich ihm. Die Firmen wurden innerhalb von ein bis zwei Jahren insolvent.

Nachdem sein ältester Sohn volljährig wurde, drängte ihn sein Vater zu einer Firmengründung, die wiederum von seinem Vater geführt wurde. Nach etwa einem Jahr ging auch diese Firma bankrott. Zwischenzeitlich erreichte sein jüngerer Sohn ebenfalls das 18. Lebensjahr, welcher bei der nächsten Firmengründung als Inhaber vorgeschoben wurde. Die Firma ging ebenfalls binnen einem Jahr pleite.

Da der 53-Jährige keine weiteren Familienmitglieder für die Firmenübernahme mehr hatte und sein Insolvenzverfahren noch nicht endgültig abgeschlossen war, drängte er einen Mitarbeiter zu einer Übernahme bzw. zu einer Neugründung, um diese Zeit zu überbrücken. Die Firma sollte absichtlich nach einigen Monaten in die Insolvenz geführt werden. Nach etwa fünf Monaten trat tatsächlich die Insolvenz ein und der 53-Jährige gründete neuerlich eine Transportfirma. Bei einer Überprüfung durch die Finanzpolizei wurde der Verdacht auf ein Scheinunternehmen bekannt und der Firma wurden die Bewilligungen verweigert. Zur Verschleierung des Sachverhaltes erfolgte die Anmeldung der Firmen in drei verschiedenen Bezirken. 

Geld in Casinos verspielt

Der Hauptbeschuldigte sowie ein Sohn verspielten Firmengelder in größerem Umfang in Casinos in Tschechien und Deutschland.

Die Buchhaltung, sowie die gesamte Finanzgebarung war bei den Firmen sehr mangelhalft. Die Löhne wurden meist bar und in mehreren Teilbeträgen an die Arbeiter ausbezahlt. Die jeweiligen Firmeninhaber hatten nur eingeschränkten bzw. keinen Zugriff auf das Firmenkonto. Die Zustellverträge wurden auf die Folgefirma abgeändert und die Zusteller wurden von der neuen Firma übernommen. Manche Zusteller waren innerhalb von drei Jahren bei drei und mehr Folgefirmen beschäftigt. Der 53-Jährige hat mit seiner und den Folgefirmen der Sozialversicherung Beiträge im sechsstelligen Bereich vorenthalten. Dazu kommen noch Finanzschulden und Leistungen vom Insolvenzausgleichsfonds, sowie die Gläubigerforderungen. Der Gesamtschaden dürfte daher über eine Million Euro liegen. 

Der Hauptbeschuldigte setzte sich in der Zwischenzeit nach Deutschland ab.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



St. Stefan-Afiesl wird Mitglied in elitärem Gemeindebündnis

ST. STEFAN-AFIESL. Der Verein „Zukunftsorte“ ist eine Vereinigung von elf besonders innovativen Gemeinden aus ganz Österreich. St. Stefan-Afiesl wird ab 2020 Mitglied dieses elitären Bündnisses. ...

Ein Krankenhaus für alle Generationen: Imagefilm fürs Klinikum Rohrbach ist online
 VIDEO

Ein Krankenhaus für alle Generationen: Imagefilm fürs Klinikum Rohrbach ist online

ROHRBACH-BERG. Mit einem neuen Imagefilm präsentiert sich das Klinikum Rohrbach der Öffentlichkeit und rückt dabei die ganze Region in den Blickpunkt.

BBS-Schüler loten Karrierechancen aus

ROHRBACH-BERG. Erstmals fand in den BBS Rohrbach ein Karrieretag statt, bei dem sich Unternehmen, Unis, Fachhochschulen und andere Bildungsinstitutionen aus ganz Oberösterreich den Schülern präsentierten. ...

Sexleg's Cadillac's laden zum Weihnachtskonzert ins TUK

HASLACH. Die Band „Sexleg's Cadillac's“ lädt am Samstag, 21. Dezember, 21 Uhr, zum „Christmas Wonderland“ ins Tourismus- und Kulturzentrum (TUK) Haslach. 

Adventsingen mit Rum Keks

HELFENBERG. Die Pfarre Helfenberg und der Kulturverein Piberstein laden am Freitag, 20. Dezember, um 19 Uhr, zum Adventsingen in die Pfarrkirche.

Sinfonie-Orchester bringt Hollywood nach Lembach

LEMBACH. Es verspricht der musikalische Höhepunkt des nächsten Jahres zu werden: Ein Sinfonieorchester mit den besten Musikern aus dem Mühlviertel gestaltet im September 2020 eine Galanacht ...

Mit Lieblingsplätzen ein Mühlviertel-Buch gewinnen

MÜHLVIERTEL. Mit seinem Bild-Text-Band lädt Autor Helmut Deibl ein, die malerische Natur und Kraftplätze im Mühlviertel neu zu entdecken.

Nachwuchs-Mountainbiker holten Cupsieg

KLEINZELL. Die Nachwuchsfahrer des Kleinzeller Mountainbikeklubs Granitbiker, die Granitkids, haben die Mannschaftswertung des oberösterreichischen Mountainbike XC-Cups gewonnen.