Nach Schließung der Druckerei ist pro mente offen für neue Ideen der integrativen Beschäftigung
ROHRBACH-BERG. Es sind die letzten Druckaufträge, die derzeit von den pro mente-Klienten erledigt werden. Denn die Druckerei Stabil in Rohrbach wird geschlossen. Künftig will man den Schwerpunkt weg von der geschlossenen Werkstatt, hin zum normalen Arbeitsumfeld, zur integrativen Beschäftigung verlagern.

Oberstes Ziel ist es, den Menschen mit psychosozialen Problemen, die von pro mente betreut werden, eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten – nach dem jeweiligen Tempo und den jeweiligen Fähigkeiten. Dies soll künftig vermehrt in regionalen Unternehmen passieren, wie Unternehmenssprecher Philipp Jachs erklärt: „Die Klienten werden an Betriebe vermittelt, aber weiter von pro mente betreut. Das hat nichts mit den aktuellen Sparmaßnahmen zu tun – diese Konzeptänderung war langfristig geplant und mit den Kostenträgern und den Klienten abgesprochen“, betont er.
„Wir gehen den inklusiven Weg“, ergänzt Daniel Weber, der Leiter des pro mente-Standortes in Rohrbach. „Unsere Leute sollen mehr in Berührung mit der Gesellschaft kommen.“ Dafür sollen auch die bestehenden Angebote – wie die Küche, der kleine Wasch- und Bügelservice, oder die Reinigung – ausgebaut und neue Ideen entwickelt werden. So wurde gerade mit der Friedhofspflege begonnen, Frauen stricken für eine Boutique, auch ein Büroservice könnte sich Weber vorstellen. „Wir müssen kreativ schauen, was unsere Leute machen können und wollen. Es sollen aber relative einfache Beschäftigungen sein“, ist er für jede neue Anfrage offen. „Natürlich tut die Schließung weh und die Veränderung ist eine Herausforderung. Aber wir sehen diese als Chance für unsere Klienten.“
Neuer Standort gesucht
Noch eine Veränderung steht pro mente in Rohrbach ins Haus: Das Quartier in der Linzer Straße ist zu groß, das Land empfiehlt, sich nach etwas Günstigerem umzusehen. Ohne Zeitdruck wird deshalb eine neue Bleibe gesucht. Dazu sagt Gabriele Voglmayr von der Regionalleitung Mühlviertel: „Wir wollen in Rohrbach bleiben, damit die Teilnehmer möglichst selbständig den Standort erreichen. Aber noch fehlen uns passende Angebote.“
Ziel ist auch, alle pro mente-Einrichtungen in Rohrbach (wie die Wohngemeinschaften, die psychosoziale Beratungsstelle oder die Alkoholberatung) auf einen gemeinsamen, barrierefreien Standort zusammenzulegen.


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