Gemeinden signalisieren Bereitschaft für neue Asyl-Quartiere
BEZIRK ROHRBACH. Nur in neun der insgesamt 40 Rohrbacher Gemeinden sind derzeit Flüchtlinge untergebracht – damit gebe es noch Potenzial für weitere Quartiere. Die Gemeinden sind sich ihrer Verantwortung aber bewusst und wollen diese auch wahrnehmen, bestätigt Christa Bohaumilitzky von der Volkshilfe.

„Es haben sich schon einige Gemeinden gemeldet, die neue Asyl-Quartiere suchen und darüber im Gemeinderat diskutieren wollen“, ortet Bohaumilitzky angesichts der dramatischen Situation „viel Entgegenkommen und positive Signale“. 257 Asylwerber sind derzeit auf neun Gemeinden im Bezirk Rohrbach aufgeteilt. „Wenn wir noch ein paar zusätzliche Quartiere schaffen, wäre eine Quote für den Bezirk leicht zu erfüllen“, ist sie überzeugt.
Die Volkshilfe-Betreuerin betont gleichzeitig, dass Massenquartiere zwar besser als Zelte sind, aber nur eine Notlösung sein dürfen. „Auf Dauer sind Unterkünfte mit 20 bis 50 Plätzen optimal – 100 Asylwerber sind für eine Gemeinde einfach zu viel“, weiß sie aus Erfahrung.
In den bestehenden Orten funktioniert die Flüchtlingsbetreuung sehr gut. „Wir haben ein engagiertes, motiviertes Team von insgesamt acht Mitarbeitern, die sich voll mit dem Projekt identifizieren. Außerdem merken wir, dass die ehrenamtlichen Helfer immer mehr werden. Da gibt es irrsinnig viel Unterstützung“, freut sich Christa Bohaumilitzky.
Das lange Warten ist das Schlimmste
Die aufgeschlossene, hilfsbereite Bevölkerung lobt auch Betreuerin Lisa Pfleger, die für die Quartiere in Klaffer und Haslach zuständig ist. „Den Asylwerbern geht es grundsätzlich gut, nur das lange Warten ist ein Problem. Bis zum Termin für ein Erstgespräch vergeht oft bis zu ein Jahr“, zeigt sie auf. Viele hätten Familie zu Hause, außerdem dürfen sie während des Asylverfahrens nicht arbeiten. „Fixpunkte sind eigentlich nur die Deutschkurse und manchmal können sie in der Gemeinde mithelfen, wenn Arbeit anfällt. Die Gemeinde Haslach hat ihren Asylwerbern auch einen Garten zur Verfügung gestellt, wo sie sich Obst und Gemüse anbauen.
Wer den Flüchtlingen helfen will, könnte dies am besten mit „Wortspenden“ tun, wie Pfleger sagt: „Die Leute sind sehr gastfreundlich und freuen sich über Besuch. Das fördert auch die Integration“, ist die Flüchtlingsbetreuerin überzeugt.
Asylquartiere gibt es derzeit in Schwarzenberg, Klaffer, Ulrichsberg, Haslach, Oberkappel, Pfarrkirchen, Hofkirchen, Neufelden, Rohrbach-Berg.


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