Hausarzt soll erster Ansprechpartner für Patienten sein
ROHRBACH-BERG. Zuerst zum Hausarzt oder niedergelassenen Facharzt – dann erst mit der Überweisung ins Krankenhaus: Sofern es sich nicht um akute Notfälle handelt, plädiert das Rohrbacher Spital für die Einhaltung der Behandlungskette, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. OÖGKK-Obmann Albert Maringer ortet in solchen Forderungen allerdings einen Angriff auf die freie Arztwahl.

„Die freie Arztwahl ist ein hohes Gut in Österreich – sowohl für die Versicherten, als auch für unsere Vertragsärzte. Dazu gehört auch das Recht, im Bedarfsfall eine Notfall- oder Spezialambulanz in Anspruch zu nehmen. Von den rund 800 Millionen Euro an Spitalszahlungen der OÖ Gebietskrankenkasse, sind fast 100 Millionen nur für die Ambulanzen“, zeigt Obmann Albert Maringer auf. Der gebürtige Niederwaldkirchner verwehrt sich gegen die Vorwürfe, dass die Versicherten die Spitalsambulanzen stürmen würden. „Sie gehen ja nicht alle aus Jux und Tollerei in die Krankenhäuser“, sagt Maringer.
Die zu beobachtenden Wartezeiten sind auf viele Faktoren zurückzuführen, nennt der OÖGKK-Obmann etwa die Überlastung von Spitalsärzten mit nichtärztlichen Arbeiten, ständige Abrufbereitschaft für andere Patienten oder Einschränkungen von Öffnungszeiten. „Wir unterstützen alles, was Ärzte für ihre eigentliche Arbeit frei macht und arbeiten intensiv an wissenschaftlich fundierten Primärversorgungsmodellen und neuen Ansätzen“, betont Albert Maringer. Die Wahlmöglichkeit für Ärzte und Patienten steht für ihn nicht zur Diskussion.
Funktionierende Struktur
Der ärztliche Direktor des Rohrbacher Spitals, Primar Peter Stumpner, betont in diesem Zusammenhang, dass die Notfallambulanz des LKH für akute Notfälle jederzeit geöffnet ist. Zur Behandlung von nicht-akuten Beschwerden sei aber eine Überweisung notwendig und für die Spezialambulanzen ist eine Terminvereinbarung erforderlich. Stumpner ist überzeugt: „Wir haben im Bezirk Rohrbach mit den niedergelassenen praktischen Ärzten und Fachärzten sowie dem Hausärztlichen Notdienst eine Struktur, in der ein niedergelassener Arzt jederzeit als Erstkontakt erreichbar ist. Dieses System funktioniert derzeit sehr gut.“ Der Hausarzt bzw. niedergelassene Facharzt sollte grundsätzlich der erste Ansprechpartner eines Patienten sein.


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