Freie Schulwahl ab Herbst wird keine großen Veränderungen bringen
BEZIRK ROHRBACH. Ab Herbst 2017 haben Volksschüler die Wahlfreiheit nicht nur zwischen Neuer Mittelschule und Gymnasium, sondern auch welche Mittelschule sie besuchen wollen. Denn die Schulsprengel werden aufgehoben. Große Veränderungen sind allerdings nicht zu erwarten.

Ein, zwei Schulen will sich die zehnjährige Emma noch anschauen - aber eigentlich ist ihre Entscheidung schon lange gefallen. Sie wird die Neue Mittelschule in ihrer Heimatgemeinde besuchen, denn dorthin werden auch ihre beiden besten Freundinnen gehen. So wie Emma, entscheiden jetzt viele Viertklässer und deren Eltern über den weiteren Bildungsweg. Die Wahlfreiheit bei den Schulsprengeln öffnet ihnen hier neue Möglichkeiten.
Erreichbarkeit als Hürde
Pflichtschulinspektor Markus Gusenleitner erklärt: „Eltern müssen keine Anträge auf Umschulungen mehr stellen, sondern können ihr Kind einfach an der gewünschten Schule anmelden. Um die Busverbindung müssen sie sich allerdings selbst kümmern.“ Damit spricht er gleich das größte Hindernis an. „Alleine weil diese Verbindungen eingeschränkt sind, wird es vermutlich in unserem Bezirk keine großen Veränderungen geben.“
Jeder Schüler hat natürlich seinen Pflichtschulsprengel und damit einen fixen Platz in seiner „Heimatschule“. Die Wohnortnähe von Schule habe auch viele Vorteile, ergänzt Gusenleitner, vor allem bleibt das soziale Netz bestehen, weil die Kinder aus einem Ort zusammen sind. Wie groß der Wechsel tatsächlich sein wird, wird sich im Frühjahr zeigen.
Wie werden innerhalb von Familien die Entscheidungen für den weiteren Bildungsweg von Volksschulkindern getroffen? Dieser Frage ging eine vom Familienreferat des Landes OÖ beauftragte Studie des österreichischen Institutes für Familienforschung nach. Motive der Eltern sind demnach die (berufliche) Zukunft des Kindes, dessen aktuelles Wohlbefinden und auch die Loyalität zum Schulstandort in der Gemeinde. Für Kinder sind die Freunde aus der Volksschule ausschlaggebend, ebenso wie der Eindruck beim Tag der offenen Tür und die Vorbildwirkung durch ältere Geschwister oder Nachbarskindern.
Schulen präsentieren ihre Schwerpunkte
Viele Mittelschulen öffnen in den nächsten Wochen ihre Pforten, um sich und ihre Schwerpunkte zu präsentieren. So wie in Lembach, wo Volksschulkinder in der ersten technisch-naturwissenschaftlichen NMS schnuppern können. Deren Ziel ist es, die Neugierde und Begeisterung für die Technik zu wecken, zu stärken und zu fördern. Bei einer Stationenrallye am 18. Jänner können Volksschüler die Besonderheiten der Schule bei chemischen Experimenten, ersten Versuchen mit Lego-Robotern oder Lernspielen auf Tablets kennenlernen. Anmeldung: Tel. 07283/8303.
Musik ist Trumpf
Ebenfalls am 18. Jänner veranstaltet die Musikmittelschule Neufelden einen Nachmittag der offenen Tür. Von 13.45 bis 16.45 Uhr sind alle Interessierten zu Führungen durch die Schule, zum Miterleben des Unterrichts-Alltags und zu Darbietungen der Schüler eingeladen. Empfangen werden die Besucher von den „Happy Voices“, die gerade einen Chorwettbewerb gewonnen haben.
Einblick in die Expert.Schule
Als eine von zwei Mittelschulen im Bezirk wurde die NMS Aigen-Schlägl als eEducation Austria Expert.Schule ausgezeichnet. Diese Initiative des Bildungsministeriums will digitale Kompetenzen in alle Klassenzimmer Österreichs bringen. Aigen-Schlägl widmet sich seit einigen Jahren informationstechnologischen Schwerpunkten und will die Bereiche eEducation und eLearning weiter entwickeln. Seit Schulbeginn steht den Schülern ein neu ausgestatteter Computerraum mit neuester Software zur Verfügung. Derzeit wird die Schule für die Ganztagsbetreuung funktionell ausgestattet. Termine: Elterninformationsabend am 12. Jänner (19 Uhr); Tag der offenen Tür am 13. Jänner (8.30 bis 11.30 Uhr); Schnuppernachmittag Informatik und Mechatronik: 26. Jänner (ab 13.30 Uhr).


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