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BEZIRK ROHRBACH. Volle Wartezimmer bei den Hausärzten und leere Klassenzimmer oder Kindergärten können nur eins bedeuten: Die Infektwelle ist voll angekommen. Keuchhusten, grippale Infekte und Durchfallerkrankungen zwingen kleine und große Patienten ins Bett. Bei der echten Grippe, der Influenza, steht uns der Höhepunkt noch bevor.

Kinderärztin Isabelle Hetzmannseder diagnostiziert derzeit neben Durchfall-Erkrankungen und grippalen Infekten auch vermehrt Lungenentzündungen. Foto: gespag

Schon seit Monaten kursiert der Keuchhusten im Bezirk Rohrbach. „Das hat sich zu einer richtigen Epidemie entwickelt – angekurbelt durch die Impfmüdigkeit“, weiß Kinderärztin Isabelle Hetzmannseder, Leiterin der Kinderstation im Rohrbacher Krankenhaus. Denn während im Baby- und Volksschulalter eine Impfung vorgesehen ist, wissen viele Erwachsene nicht, dass diese Schutzimpfung alle zehn Jahre aufgefrischt gehört (ebenso wie Tetanus, Diphterie und Polio). Keuchhusten kann vor allem für Säuglinge sehr gefährlich sein, „diese hören einfach auf zu atmen“, erklärt die Medizinerin.

Blutwerte kontrollieren

Sie diagnostiziert bei ihren kleinen Patienten im Krankenhaus und in ihrer Ordination jetzt vor allem auch Durchfallerkrankungen, grippale Infekte und vermehrt Lungenentzündungen. „Wer länger als drei Tage hohes Fieber hat, sollte unbedingt zum Arzt gehen und die Blutwerte kontrollieren lassen, um Folgeerkrankungen abzuklären“, rät daher Hetzmannseder.

Influenza im Anmarsch

Bei den Erwachsenen schaut die Situation ähnlich aus, wie Bezirksärztevertreter Erwin Rebhandl, Gemeindearzt in Haslach, bestätigt: Er hatte neben vielen grippeähnlichen Viren auch schon einige Influenza-Fälle in seiner Praxis – heuer früher als üblich, denn „normalerweise kommt die Influenza erst im Februar. Der Höhepunkt ist auch sicher noch nicht erreicht, obwohl man schon jetzt von einer echten Grippewelle sprechen kann“, meint Rebhandl.

Die echte Grippe ist eigentlich unverwechselbar: Die Krankheitssymptome treten deutlich stärker auf – rasch ansteigendes, hohes Fieber und starke Gliederschmerzen zwingen die Patienten ins Bett. Bettruhe und viel trinken ist auch das Wichtigste, wenn die Grippe zugeschlagen hat. Rebhandl appelliert, die Krankheit gut auszukurieren, „sonst können Komplikationen, wie Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen oder auch Herzmuskelentzündungen auftreten.“

Impfen schützt

„Leider sind viel zu wenige geimpft“, bedauert der Bezirksärztevertreter, der die Schutzimpfung vor allem älteren Menschen, chronisch Kranken und auch Kindern ans Herz legt.

„Ganz wichtig ist auch die Hände-Hygiene“, ergänzt Kinderärztin Hetzmannseder: „Hände mit Seife waschen reicht aus. Man sollte außerdem in Grippezeiten Menschenansammlungen meiden und aufs Händeschütteln verzichten.“ Durch jede Krankheit werde das Immunsystem trainiert, sagt die Medizinerin, aber „für ältere Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen kann die Influenza lebensbedrohlich sein.“

Influenza sowie generell Infektionskrankheiten werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Deshalb sollten in Grippezeiten große Menschenansammlungen gemieden werden. Erkrankte sollten beim Niesen oder Husten ein Taschentuch verwenden oder in die Armbeuge niesen. Sorgfältiges, häufiges Hände waschen (mit Seife) ist besonders wichtig.

Das Immunsystem stärkt man durch ausreichend Flüssigkeit, gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, sowie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Ausreichend Schlaf hält ebenfalls gesund: Laut Experten erhöhen weniger als sechs Stunden Schlaf das Infektionsrisiko für Erkältungskrankheiten erheblich.


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