Christian Ruckerbauer: Ein Zeichenlehrer als Instagram-Star
ROHRBACH-BERG. Mehr als 27.000 Menschen folgen dem Rohrbach-Berger Künstler und Lehrer Christian Ruckerbauer (61) alias Rucksi auf Instagram. Zum Vergleich: Der Otto-Normal-Anwender bringt es auf der Plattform vielleicht mal auf ein paar Hundert dieser „Follower“.

„Ich bin vor drei Jahren wegen der Schule zu Instagram gekommen, weils mich interessiert hat, was die Schüler da so treiben“, erzählt Ruckerbauer, der an den Berufsbildenden Schulen Rohrbach Zeichenlehrer ist. „Und ich hab schnell gesehen, dass es eine super Möglichkeit ist, als Künstler ein Publikum zu erreichen, das man sonst nie hat.“ Er beschäftigt sich auch mit seinen Schülern gerne mit der Sprache von Bildern, deren Macht und Aussagekraft. Vor allem auch deshalb, weil Fotos einen immensen Stellenwert bei den Jugendlichen bekommen haben. „Alles läuft über Bilder, besonders die virtuelle Welt. Deshalb ist es mir wichtig, das auch in den Unterricht einzubauen und den Umgang mit dem Handy zu lehren. Man kann nicht einfach so tun, als wäre es nicht da, denn es gehört zur Welt der Jugend dazu.“
„Herr Professor, so wird das nichts!“
In diese Welt taucht er seit ebendiesen drei Jahren via Instagram regelmäßig ein. „Am Anfang hab ich ja nicht mal gewusst was ein Hashtag ist, als einmal eine Schülerin zu mir sagte: „Herr Professor, Sie schreiben ja gar keine Hashtags. So wird das nichts!“, schmunzelt Rucksi.
Und dann kam die Welle
Instagram funktioniert im Grunde so: Jemand lädt ein Bild in das Programm und andere Nutzer können ihm dann Herzen geben als Zeichen dafür, dass es ihnen gefällt, oder das Bild auch teilen und so einem breiteren Publikum zugänglich machen. Genau das ist im großen Stil passiert, als Ruckerbauer ein Bild einer von ihm gemalten Welle ins Netz stellte. „Große Seiten mit hunderttausenden oder Millionen von Followern haben es entdeckt und gepostet. Und dann hab ich zuschauen können, wie die Zahl meiner eigenen Follower stieg und stieg“, erzählt er. Bekannte Persönlichkeiten wie zum Beispiel die britische Sängerin Natasha Bedingfield wurden auf seine Welle aufmerksam und posteten sie. Und dann trudelten auch die Anfragen von Galerien ein. „Ein in Südamerika bekannter Schauspieler teilte ein Bild von mir und prompt kam eine Anfrage einer südamerikanischen Galerie. Aber das ist mir dann doch zu aufwändig, dort auszustellen“, gibt er zu.
Kunsthandel für Rucksi
Durch die so erreichte Aufmerksamkeit kamen in den letzten Jahren auch immer mehr Kaufanfragen aus der ganzen Welt auf Rucksi zu. Weil er selbst sich aber auf die Malerei und seinen Lehrer-Beruf konzentrieren möchte, hat er zwei ehemalige Schüler als Kunsthändler gewinnen können. „Ein Bild von mir ging über sie schon an einen Filmemacher aus Los Angeles, aber auch nach Tel Aviv, Schweden oder nach Asien.“ Gregor Schlögl und Elena Obermüller bauen für ihren früheren Lehrer nun unter dem Namen Ellegro.Art einen kleinen Kunsthandel auf. „Instagram hat mich auf jeden Fall dazu inspiriert, wieder mehr künstlerisch tätig zu sein – auch, weil ich hier ein interessiertes Publikum erreiche. Auch meine Schwester, die ihre Werke früher nie öffentlich gemacht hat, zeigt sie nun auf Instagram“, freut er sich.
Kunst im Blut
Kleines Detail am Rande: Den Ruckerbauers liegt die Kunst wahrlich in den Genen. Im 17. Jahrhundert war es ihr Vorfahre Johann Philipp Ruckerbauer, der nach einem Kunststudium in Rom unter anderem viele Altarbilder im Bezirk, in Ranshofen und Deckengemälde im Stift St. Florian gemalt hat.


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