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Erste Anlaufstelle bei Missbrauch: Kinderschutzgruppe im Rohrbacher Krankenhaus eingerichtet

Martina Gahleitner, 17.01.2019 10:35

ROHRBACH-BERG. Damit körperliche, aber auch seelische Misshandlungen von Kindern frühzeitig erkannt werden, wurde im Landeskrankenhaus Rohrbach eine Kinderschutzgruppe eingerichtet. Diese ist im Verdachtsfall erste Anlaufstelle auch für ratsuchende Ärzte, Betreuer aus Kindergärten oder Schulen.

Die Experten der neuen Kinderschutzgruppe im LKH Rohrbach (v.l.): Pia Neundlinger (Leiterin der Kinderstation), Raimund Gattringer (Unfallchirurgie), Diplomkrankenschwester Vera Hötzendorfer-Wögerbauer (Kinderstation) und Sonja Leibetseder (Gynäkologie) Foto: gespag

Dass Bedarf besteht, zeigt die Statistik: 11.500 strafbare Handlungen an Kindern und Jugendlichen werden jedes Jahr in Österreich angezeigt. So wie im Rohrbacher Spital wurden deshalb österreichweit Kinderschutzgruppen eingerichtet. “Die Kinderschutzgruppe des LKH Rohrbach besteht aus einem Team aus Kinderfachärzten, Unfallchirurgen, Gynäkologen, klinischen Psychologen, Sozialarbeiterin und Kinderkrankenpflegern und wird immer dann aktiv, wenn ein Verdacht auf körperliche oder seelische Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch eines Kindes besteht“, erklärt Oberärztin Pia Neundlinger, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Rohrbach.

Jeder Fall ist verschieden

Behandelnde Ärzte melden einen Verdacht auf Misshandlung an die Kinderschutzgruppe. Die Experten können dann individuell auf die Situation eingehen - denn jedes Kind und dessen Geschichte sowie die Form und Ausprägung der Gewalteinwirkung sind sehr verschieden. Die Akteure der Kinderschutzgruppe nehmen sich viel Zeit, vorhandene Befunde und die individuelle Vorgeschichte des Kindes zu erörtern, bevor sie Empfehlungen zum weiteren Vorgehen abgeben. Bei all dem steht das Wohl und die Sicherheit der kleinen Patienten im Vordergrund.

Nicht wegsehen

Auch Angehörige oder Personen, die in Kindergärten, Schulen oder ähnlichen Einrichtungen beschäftigt sind, können sich an die Kinderschutzgruppe wenden. „In vielen Fällen ist die Hemmschwelle, einen Verdacht auf Kindesmisshandlung zu melden, sehr groß. Das ist immer eine unangenehme und oft auch heikle Angelegenheit“, weiß Neundlinger. Die Angst vor unbegründeter Einmischung lässt viele Menschen lange schweigen. Zum Wohl eines jeden Kindes sei es aber wichtig, nicht wegzusehen, sondern sich Rat und Information zu holen.“


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