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BEZIRK ROHRBACH. Während es aktuell in der Steiermark und Salzburg zu einem gehäuften Auftreten von Masern gekommen ist, ist man in Oberösterreich und damit auch im Bezirk Rohrbach bislang verschont geblieben. Noch – denn „das Risiko besteht, dass die Krankheit überspringt“, warnt Rohrbachs Amtsarzt Albert Holub. Und das dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn Masern sind alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit.

Ein kleiner Stich – und man ist gut geschützt. Foto: adriaticfoto/Shutterstock.com
Ein kleiner Stich – und man ist gut geschützt. Foto: adriaticfoto/Shutterstock.com

Bei etwa 90 Prozent liegt die Durchimpfungsrate im Bezirk Rohrbach, zumindest bei den Kindern, informiert der Amtsarzt. Damit ist die Rate zwar höher als österreichweit (etwa 85 Prozent), dennoch noch zu niedrig: Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO sind 95 Prozent, damit die Herden-Immunität greift und sich der Erreger nicht mehr ausbreiten kann. „Vor allem bei den Kindern ist die Schutzimpfung wichtig, denn diese haben erhöhtes Risiko, dass Komplikationen auftreten oder die Masern gar tödlich verlaufen“, appelliert der Mediziner zur Impfung bereits im ersten Lebensjahr.

Unbedenkliche Impfung

Oberärztin Pia Neundlinger, Leiterin der Kinderstation am Rohrbacher Krankenhaus, kann das nur bekräftigen: „Kinder sollten unbedingt geimpft werden, bevor sie drei Jahre alt sind. Empfohlen sind ab dem zehnten Lebensmonat zwei Impfungen, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten.“ Die Impfung sei unbedenklich und werde sehr gut vertragen, ergänzt Neundlinger.

Jeder fünfte Fall mit Komplikationen

Ein kleiner Stich, der sich lohnt. Denn bei bis zu 20 Prozent der Masern-Erkrankungen treten Komplikationen auf – Bronchitis, Mittelohr- oder Lungenentzündung bis zu einer Entzündung des Gehirns. „Schlimmstenfalls, wenn auch sehr selten, kommt es zu einer chronischen, tödlich endenden Gehirnentzündung. Und das umso wahrscheinlicher, je jünger die Kinder zum Zeitpunkt der Erkrankung sind“, berichtet die Kinderärztin.

Die Masern-Impfung ist eine im österreichischen Impfplan empfohlene Gratisimpfung, fehlende MMR-Impfungen (Masern-Mumps-Röteln) können in jedem Alter nachgeholt werden. Die Impfung wirkt innerhalb weniger Tage.

Nur geimpft in den Kindergarten

Für Kinderärztin Neundlinger ist es Aufgabe eines Arztes, die „Eltern über die Impf-Empfehlungen aufzuklären, ihnen die Ängste vor Schutzimpfungen zu nehmen und Konsequenzen aufzuzeigen, wenn Kinder nicht geimpft sind.“

Von einer Impfpflicht hält Amtsarzt Albert Holub wenig. Er könnte sich aber vorstellen, einen Kindergartenbesuch an entsprechenden Impfschutz zu koppeln. „Masern können sich in begrenztem Rahmen jederzeit ausbreiten. Ungeimpfte Schulkinder müssten dann 18 Tage vom Schulbesuch ausgeschlossen werden“, informiert Holub.

Symptome für Masern sind erhöhte Temperatur und Erkältungszeichen, oft kleine weißliche Flecken in den Wangentaschen. Später folgt hohes Fieber und der typische Hautausschlag, der hinter den Ohren und im Gesicht beginnt und sich auf den Körper ausbreitet. Masern werden über Speicheltröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen) übertragen.


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