Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Fischotter-Bejagung wird ausgeweitet – ab Herbst sollen mehr Lebendfangfallen zum Einsatz kommen

Martina Gahleitner, 26.04.2019 18:45

BEZIRK ROHRBACH. Um die heimischen Fischbestände zu schützen, darf seit Ende 2017 der Fischotter an vier Flüssen in OÖ entnommen werden – darunter auch an der Steinernen Mühl. Allerdings hat dies nicht den gewünschten Erfolg gebracht, wie Norbert Salburg, Obmann des Fischereireviers Rohrbach bei der Jahresversammlung berichtete. Deshalb soll die Bejagung des Fischotters ausgeweitet werden.

Kälte liebende Fischarten, wie die Forelle, werden es in Zukunft schwer haben. Foto: Rostislav Stefanek/Shutterstock.com

Drei weitere Hotspots im Fischereirevier sind im Gespräch, an denen zusätzlich der Fischotter bejagt werden darf: an der Großen Mühl in Ulrichsberg und Neufelden sowie bei Piberschlag (Gemeinde Vorderweißenbach). Entsprechende Zustimmung nach der Begehung Mitte Mai vorausgesetzt, sollen dort Lebendfangfallen eingesetzt werden. „Schüler der HTL Neufelden konstruieren und bauen für uns diese Fallen, die wir dann im Herbst an den Referenzstrecken in den Jagdrevieren ausbringen werden“, kündigt Norbert Salburg an. Dabei seien auch Erfahrungen aus anderen Bundesländern und auch aus Schottland eingeflossen. Ziel sei es, die Jäger bestmöglich zu unterstützen, denn der Schaden, den die Fischotter anrichten, ist laut dem Fischer-Obmann beträchtlich.

Die heimischen Fischarten haben zudem mit dem Kormoran zu kämpfen, beim Graureiher ist der Bestand zurückgegangen – wohl auch, weil der Fischbestand zurückgegangen ist, sagte Salburg.

Wasser wird zu warm

Auswirkungen auf den Bestand hat aber auch der Klimawandel, der seit den 80er-Jahren die Luft- und parallel dazu auch die Wassertemperaturen stetig steigen lässt. „Diese Geschwindigkeit in den letzten 20, 30 Jahren ist ein Wahnsinn. In diesem kurzen Zeitraum können sich die Fische nicht anpassen“, zeigte Referent Reinhard Haunschmid, vom Bundesamt für Wasserwirtschaft in Scharfling auf. Um 0,05 Grad sei das Wasser im Durchschnitt pro Jahr gestiegen - „das klingt nach nicht viel, aber mit den Jahren summiert es sich und Fische reagieren besonders sensibel darauf.“ Haunschmid rechnet durch den Temperaturanstieg mit einer massiven Seehöhen-Verschiebung. „Fischarten werden versuchen, flussaufwärts zu wandern, um in kühlere Bereiche zu gelangen. Andere Habitatsansprüche können aber nicht kompensiert werden“, zeigte er auf. Kältebevorzugende Arten, wie Forelle oder Äsche, werden deshalb verschwinden, fremde Arten treten in Konkurrenz mit heimischen. Außerdem werde es laut dem Experten zu erhöhtem Parasiten- und Bakterienbefall kommen.

Die Wanderbewegung der Fische zeigte sich bereits im trockenen Vorjahr: In der Großen Mühl oder Steinernen Mühl ist die Population angewachsen, weil Fische aus den kleinen Nebenflüssen in die großen abgewandert sind.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden