Effizienter durch moderne Technik: Rohrbacher Rettungsleitstelle kommt nach Linz
ROHRBACH-BERG. Als einer der letzten Bezirke im Land wird auch Rohrbach in den oö. Leitstellenverbund des Roten Kreuzes eingegliedert. Mit 26. November erfolgt die Umschaltung auf die Leitstelle Linz-Mühlviertel, wo modernste Technik schnelle und effiziente Hilfe sicherstellt.

Wird der Notruf 144 gewählt, ändert sich für den Anrufer prinzipiell gar nichts. Nur kommt man künftig nicht mehr zur Leitstelle nach Rohrbach, sondern in die Rotkreuz-Landeszentrale, wo die Leitstelle Linz-Mühlviertel untergebracht ist. Mindestens zehn Disponenten sind hier untertags beschäftigt, im Nachtdienst sind es fünf. Sie wickeln rund 3.000 Telefonate pro Tag ab, wie der Dienstführende Klaus Kaiserseder informiert. „Den Löwenanteil machen die Krankentransporte aus. Notfälle sind nur ein Bruchteil der Einsätze“, erklärt er. 144 ist deshalb auch die richtige Nummer, um Rettungstransporte anzumelden. Koordiniert werden außerdem der Hausärztliche Notdienst (141), der Bergrettungsnotruf und die Rufhilfealarme.
Einheitliche Technik
Die Vorteile der Leitstelle liegen für Kaiserseder vor allem in der Vereinheitlichung: „Alle fünf Leitstellen des oö. Leitstellenverbundes arbeiten auf einer technischen Plattform. Jeder kann auf die Informationen des anderen zugreifen, jeder weiß, wo die Fahrzeuge des anderen sind. Das macht uns effizienter und gibt zusätzliche Ausfallsicherheit.“
Hilfe kennt keine Grenzen
„Es gibt keine Grenzen des Helfens mehr“, ist auch Rohrbachs Bezirksrettungskommandant Hannes Raab von dem schlagkräftigen System überzeugt. Dieses schlägt dem Disponenten gleich das nächste, am schnellsten verfügbare Rettungsauto vor und welche Rettungsmittel für den Einsatz notwendig sind. „Auch bei Großunfällen können sofort Rettungsmittel aus anderen Bezirken oder dem Zentralraum hinzugezogen werden – und umgekehrt unterstützen wir andere mit unseren 21 Fahrzeugen“, ergänzt Raab.
Die Rohrbacher Leitstelle disponierte im Vorjahr knapp 45.000 Einsätze. Schon seit einigen Monaten werden die notwendigen Daten vom Bezirk zur neuen Leitstelle übertragen. „Das ganze Know-How, das wir draußen haben, wird in ein neumodernes System eingebaut“, bringt es der Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes auf den Punkt. Zusätzlich werden Rohrbacher Mitarbeiter in den ersten Wochen Dienst in Linz leisten. Mitte nächsten Jahres soll zudem auf Digitalfunk umgestellt werden, der bessere Gesprächs- und Übertragungsqualität bringen soll.
Ehemalige Leitstelle wird umgebaut
Die Räume der Rohrbacher Leitstelle werden zu Büros umgebaut und der Hausärztliche Notdienst (HÄND) mitsamt Arztzimmer dort untergebracht. Außerdem entsteht ein Stabsraum für Einsatzfälle.
Was passiert nun, wenn der Notruf 144 oder der Ärztenotdienst 141 gewählt wird? Ein Calltaker übernimmt das Gespräch und nimmt alle relevanten Daten auf. Während dieser mit dem Anrufer noch im Gespräch ist und eventuell auch Erste Hilfe-Anweisungen geben kann, erfolgt im Hintergrund bereits die Alarmierung der Rettungssysteme durch den Disponenten. Innerhalb von zwei Minuten nach dem Eingang des Notrufs ist die Alarmierung draußen. Das System schlägt vor, welche Rettungsmittel notwendig und welche am schnellsten verfügbar sind. Sanitäter und Notärzte bekommen die GPS-Daten auf das Terminal im Fahrzeug und werden vom Navi direkt zum Einsatzort gelotst.


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