Bezirk Rohrbach wappnet sich gegen Afrikanische Schweinepest
BEZIRK ROHRBACH. Auch, wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) bis dato den Bezirk Rohrbach noch verschont hat, so bereiten sich Jägerschaft, aber auch Behörden schon auf den Ernstfall vor. Am Bezirksjägertag im Centro schwor Bezirksjägermeister Martin Eisschiel die versammelte Jägerschaft darauf ein, besondere Vorsicht walten zu lassen.

Der möglichen Verbreitung der Schweinepest zuträglich ist unter anderem eine regelrechte Wildschweinplage im Bezirk mit den Brennpunkten entlang des Böhmerwaldes und in der sogenannten Donauleiten. Das verdeutlicht auch der Höchststand bei den Abschüssen im abgelaufenen Jagdjahr: Diese haben sich binnen einen Jahres von 112 auf 328 quasi verdreifacht. „Die Afrikanische Schweinepest steht derzeit rund 12 Kilometer vor der Deutschen Grenze auf polnischer Seite. Es wird schwer, eine Verbreitung bis hierher zu verhindern, sollte die Seuche nach Deutschland kommen“, ist Bezirksjägermeister Martin Eisschiel Realist. In Tschechien sei man der ASP mit brachialen Mitteln indes wieder Herr geworden: „Dort hat man eine Fläche von zwei Quadratkilometern eingezäunt, das Schwarzwild reingefüttert und das Tschechische Militär hat dann den Rest erledigt.“ Vor allem vor Jagdreisen ins betroffene Ausland warnte der Jägermeister seine Waidkameraden eindringlich. Die Seuche sei schneller eingeschleppt, als man vermutet.
Auch der neue Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner appellierte an die Eigenverantwortung der Jägerschaft, betonte aber: „Die ASP wird uns noch ganz brutal fordern und wir werden uns bei der Seuchenbekämpfung von manchen jagdlichen Regeln verabschieden müssen. Das Schwarzwild wird bei uns noch schwere Zeiten durchmachen!“
Länderübergreifende Übung im Mai
Damit auch die Behördern für den Ernstfall gerüstet sind, kündigte Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner für den Mai eine länderübergreifende Übung im Grenzgebiet von Nebelberg an. Übungsszenario: Man hat mehrere tote Wildschweine gefunden und der Behörde gemeldet. Man will mit dieser Stabsübung sicher gehen, dass die Abläufe reibungslos funktionieren.
Indes blickte Bezirksjägermeister Eisschiel beim Bezirksjägertag auf ein Jagdjahr ohne größere Vorfälle zurück. Der Abschussplan beim Rehwild sei mit 101 Prozent (5.790 Stück) sogar wieder übererfüllt worden und auch die Jagdvergaben seien beinahe reibungslos über die Bühne gegangen. Eine der großen Aufgaben sei es, das gegenseitige Verständnis von Jägerschaft und Landwirtschaft wieder zu stärken. Eine Chance dafür sei die bevorstehende Wiederaufforstung der Wälder aufgrund der Borkenkäferproblematik. „Hier ist derzeit noch keine Entspannung in Sicht und die Jagd muss ihren Beitrag zur Wiederaufforstung leisten - aber wir sind nicht alleine dafür verantwortlich“, appellierte Eisschiel, der selber Landwirt und Jäger ist. Landesjägermeister Sieghartsleitner rief dazu, die entstandenen Barrieren abzubauen und an einer besseren Kooperation zu arbeiten, denn: „Jagd und Landwirtschaft gehören zusammen!“
Mehr Jäger, viele Jägerinnen
Die Zahl der Jäger im Bezirk Rohrbach ist im Vorjahr angestiegen. 954 Jagdkarten wurden ausgestellt, davon 75 an Jägerinnen. Auch für genügend Nachwuchs ist gesorgt. 33 Jungjäger haben die Jagdprüfung bestanden und im Jänner habe bereits ein neuer Kurs begonnen.
Höhepunkt für viele langjährige Jäger war die Verleihung der Goldenen Brüche für 50 Jahre Jägerschaft, der Anstecknadeln für 60 Jahre Jagdausübung, der Raubwildnadeln und der Jagdhornbläserabzeichen im Rahmen des Bezirksjägertages im Centro.


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